Zweyter Band.
107
nug bcy ihren wahre» Namen genannt und lächerlich gemacht. (")Doch ich muß mich nicht aus cincr Ausschweifung in die an-dere verlieren.
Ich will nur noch die Anwendung aus die wahren Namender Tragödie machen. So wie der Aristophanische Sokratesnicht den einzeln Mann dieses Namens vorstellte, noch vorstellensollte; so wie dieses pcrsonisirtc Ideal cincr eitel» und gefähr-lichen Schulweisheit nur darum den Namen Sokrates dekam,weil Sokrates als ein solcher Täuschcr und Verführer zumTheil hckannt war, zum Theil noch hekaimlcr werden sollte; so
Komödie war eben sowohl erdichtet, als es die Argumente und Fabel» derNeuen nur immer sey» konnten. Kein cinzigcs von den übrig gebliebenenStucken des Aristopha»cs stellt eine Begebenheit vor, die wirtlich geschehenwäre: und wie kann man sagen, das; sie der Dichter deswegen nicht erfunden,weil sie zum Theil auf wirkliche Begebenheiten anspielt? Wenn Aristoteles alscmsgcmacht annimmt, or-, i-oi> ico»/^»- /lUlXX-o»'i-ioi-/^.-»K-»^ k^, «t ö?t »o^-rizv, ^' ruv /^rtz-^: würde er nicht schlechterdings die Verfasser der alle»Griechischen Komödie aus der Klasse der Dichter haben ausschließen müssen,wenn er geglaubt hätte, daß sie die Argumente ihrer Stücke nicht erfunden?Aber so wie es, nach ihn,, in der Tragödie gar wohl mit der poetischen Er-findung bestehen kann, daß Namen und Umstände aus der wahren Geschichteentlehnt sind: so muß es, seiner Meinung nach, auch in der Komödie bestellnkönnen. Es kann unmöglich seinen Begriffen gemäß gewesen srpn, daß dieKomödie dadurch, daß sie wahre Namen brauche, und auf wahre Begebenheitenanspiele, wiederum in die Zambischc Schmähsuchl zurück falle: vielmehr mußer geglaubt haben, daß sich das >a^o^o-v «o-,c,,v ?/ /l^^o,^ gar
wohl damit pcrtragc. Er gesteht dieses den ältesten komischen Dichtern, demEpleharmus, dem Phormis und Kraics zu, und wird es gewiß dem Ari-slophancs nicht abgesprochen haben, ob cr schon wußte, wie sehr er nichtallein den Klcon und Hvpcrbolus, sondern auch den "Pcritlcs und Sokratesnamentlich mitgenommen.
(°) Mit der Strenge, mit welcher Plato das Verboth, jemand in derKomödie lächerlich zu machen, in seiner Republik einführe» wollte, O^r-
ri^v 50X1,1^ «u.u.K-ö-i,?') ist in der wirkliche» Republik niemals darüber ge-halten worden. Ich will nicht anführe», daß i» dc» Stücke» des Mcnandcrnoch so mancher Cynischc Philosoph, noch so manche Buhlcrinn mit Namengcncnnt ward: man könnte antworten, daß dieser Abschaum von Menschennicht zu den Bürgern gehört. Aber Klcsippus, der Sohn des Chabrias , wardoch gewiß Alhcnicnsischer Bürger, so gut wie cincr: und man schc, wasMcnandcr vo» ihm saglc. (ziouiuuiri t'r. p. t37. LUil.