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Hamburgischc Tramalurgic.
„andere ausdrücken, lind ihre wesentlichen, lind herrschenden„Eigenschaften nur gelegentlich, so wie die Umstände eine un-gezwungene Aeußerung veranlassen, an den Tag legen. Diese„besondere Vortrcfflichkcit seiner Komödien entstand daher, daß„er die Natur getreulich copirte, und sein reges und feuriges„Genie auf alles aufmerksam war, was ihm in dem Verlaufe„der Scenen dienliches aufstosscn konnte: da hingegen Nach-ahmung und geringere Fähigkeiten kleine Scribcntc»„verleiten, sich um die Fertigkeit zu bceifcrn, diesen einen Zweck„keinen Augenblick aus dem Gesichte zu lassen, und mit der„ängstlichsten Sorgfalt ihre Licblingscharaktcre in beständigem„Spiele und ununtcrbrochner Thätigkeit zu erhalten. Man„könnte über diese ungeschickte Anstrengung ihres Witzes sagen,„daß sie mit den Personen ihres Stucks nicht anders„umgehen, als gewisse spaßhafte Leute mit ihren Bekannten,„denen sie mit ihren Höflichkeiten so zusetzen, daß sie ihren
ist. Wir übersetzen nehmlich itzt, fast durchgängig, Humor durch Laune; undich glaube mir bewußt zu seyn, daß ich der erste bin, der es so übersetzt hat.Ich habe sehr unrecht daran gethan, und ich wünschte, daß man mir nichtgefolgt wäre. Denn ich glaube es nnwidersprechlich beweisen zu können, daßHumor und Laune ganz verschiedene, ja in gewissem Verstände gerade entge-gen gesetzte Dinge sind. Laune kann zu Humor werden; aber Humor ist,außer diesem einzige» Falle, nie Laune. Ich hatte die Abstammung unsersdeutschen Worts und den gewöhnlichen Gebrauch desselben, besser untersuchenund genauer erwägen sollen. Ich schloß zu eilig, weil Laune das Französischelium^ur ausdrücke, daß es auch das Englische iimnour ausdrücken könnte:aber die Franzosen selbst können itumvur nicht durch linmeur übersetzen. —Bon den genannten zwey Stücken des Johnson hat das erste, Jedermannin seinem Humor, den vom Hurd hier gerügten Fehler weit weniger.Der Humor, den dic'Pcrsoncn desselben zeigen, ist weder so individuell, nochso überladen, daß er mit der gewöhnliche» Natur nicht bestehen könnte; siesind auch alle zu ciucr gemcinschasllichc» Handluug so zicmlick verbunden.I» dem zwevten hiiigegc», Jeder man» aus seinem Humor, ist fastnicht die geringste Fabel, es treten eine Menge der wunderlichsten Narrennach einander aus, man weis weder wie, noch warum; und ihr Gespräch istüberall durch ein Paar Freunde des Verfassers unterbrochen, die unlcr demNamen krex cittgeführt sind, und Betrachtung über die Charaktere der Per-sonen und über die Kunst des Dichters, sie zu behandeln, anstellen. Dasaus seinem Humor, oui »k i>i->iiumour, zeigt an, daß alle die Personenin Umstände gerathen, in welchen sie ihres Humors satt und übcrdrüßig werden.