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Hamburgische Dramaturgie.
„sammcn setzen; da er sie vielmehr von dem lautern Begriffe,„der sich blos in der Vorstellung der Seele findet, hernehmen„sollte. Dieses letztere ist der allgemeine Tadel, womit die„Schule der Niederländischen Mahler zu belegen, als die„ihre Vorbilder aus der wirklichen Natur, und nicht, wie die„Italienische, von dem geistigen Ideale der Schönheit cntlch-„net. (") Jenes aber entspricht einem andern Fehler, den man„gleichfalls den Niederländischen Meistern vorwirft, und der„dieser ist, daß sie lieber die besondere, seltsame und groteske,„als die allgemeine und reitzcnde Natur, sich zum Vorbilde wählen.
„Wir sehen also, daß der Dichter, indem er sich von der„eigenen und besondern Wahrheit entfernet, desto getreuer dieallgemeine Wahrheit nachahmet. Und hieraus crgiebt sich die„Antwort auf jenen spitzfindigen Einwurf, den Plato gegen„die Poesie ausgcgrübclt hatte, und nicht ohne Selbstzufrieden-heit vorzutragen schien. Nehmlich, daß die poetische Nachah-mung unS die Wahrheit nur sehr von weitem zeigen könne.„Denn, der poetische Ausdruck, sagt der Philosoph, ist„das Abbild von des Dichters eigenen Begriffen;„die Begriffe des Dichters sind das Abbild der„Dinge; und die Dinge das Abbild des Urbildes,„welches in dem göttlichen Verstände eristirct. Folg-lich ist der Ausdruck des Dichters nur das Bild von„dem Bilde eines Bildes, und liefert uns ursprüng-„lichc Wahrheit nur gleichsam aus der dritten Hand.(^)„Aber alle diese Ncrnünftclcy fällt weg, sobald man die nur„gedachte Regel des Dichters gehörig fasset, und fleißig in„Ausübung bringet. Denn indem der Dichter von den Wesen„alles absondert, was allein das Individuum angehet und un-terscheidet, überspringet sein Begriff gleichsam alle die zwischen„inne liegenden besondern Gegenstände, und erhebt sich, so viel
(°) Nach Maaßgcbung der Antiken. Xec enini ?>>illls!>, cum kacoret^«viü knrmnm a»t lUinervie, co»lemi>I»!>!Uur »u«i»ei» v IZU» NmililudiiivmUuceret: sin! iplius i» menle iiiNiIebiU speeies puleliriluiliiiiii eximi»<lu-«ll»i», >>u»m iiiMeiis in esizn« «lelixus «U illius lmulittiiliiiem »rlem«lirixoki». vr. S.)
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