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7 (1839)
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Hamburgische Dramaturgie.

bloßer Eigensinn, bloße Grille zu seyn: es hat aber doch sci-ncn guten Grund in der Natur. Das Hauptsächlichste, waswir in der Komödie suchen, ist ein getreues Bild des gcmci-ncn Lebens, von dessen Treue wir aber nicht so leicht ver-sichert seyn können, wenn wir es in fremde Moden und Ge-bräuche verkleidet finden. Zn der Tragödie hingegen ist csdie Handlung, was unsere Aufmerksamkeit am meisten an sichziehet. Einen einheimischen Vorfall aber für die Bühne bc- qttcm zu machen, dazu muß man sich mit der Handlung grö-ßcrc Freyheiten nehmen, als eine zu bekannte Geschichteverstattet."

Sieben und neunzigstes Stück.Den 6ten April, 171,8.

Diese Auflösung, genau betrachtet, dürfte wohl nicht in al-len Stückeil befriedigend seyn. Denn zugegeben, daß fremdeSitten der Absicht der Komödie nicht so gut entsprechen, alseinheimische: so bleibt noch immer die Frage, ob die einheimi-schen Sitten nicht auch zur Absicht der Tragödie ein besseresVerhältniß haben, als fremde? Diese Frage ist wenigstens durchdie Schwierigkeit, einen einheimischen Vorfall ohne allzumcrk-liche lind anstößige Veränderungen für die Bühne bequem zumachen, nicht beantwortet. Freylich erfodcrn einheimische Sit-ten auch einheimische Vorfälle: wenn denn aber nur mit jenendie Tragödie am leichtesten und gewissesten ihren Zweck erreichte,so müßte cs ja doch wohl besser seyn, sich über alle Schwierig-keiten, welche sich bey Behandlung dieser finden, wegzusetzen,als in Absicht des Wesentlichsten zu kurz zu fallen, welches ohn-strcitig der Zweck ist. Auch werden nicht alle einheimische Vor-fälle so merklicher und anstößiger Veränderungen bedürfen; unddie deren bedürfen, ist man ja nicht verbunden zu bearbeiten.Aristoteles hat schon angemerkt, daß cs gar wohl Begebenhei-ten geben kann und giebt, die sich vollkommen so cräugnct ha-ben, als sie der Dichter braucht. Da dergleichen aber nur sel-ten sind, so hat er auch schon entschieden, daß sich der Dichterum den weniger» Theil seiner Zuschauer, der von den wahren