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7 (1839)
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Hamburgische Dramalurgic.

chcr seyn würden, als fremde: so setze ich schon als unstreitigvoraus, daß sie es wenigstens in der Komödie sind. Und sindsie das, glaube ich wenigstens, daß sie es sind: so kann ichauch die Veränderungen, welche Herr Romanus iu Absicht der-selben, mit dem Stücke des Tercnz gemacht hat, überhauptnicht anders als billigen.

Er hatte Recht, eine Fabel, in welche so besondere Grie-chische lind Römische Sitten so innig verwebet sind, umzuschaf-fcn. Das Vcvspicl erhält seine Kraft nur von seiner innernWahrscheinlichkeit, die jeder Mensch nach dem beurtheilet, wasihm selbst am gewöhnlichsten ist. Alle Anwendung fällt weg,wo wir uns erst mit Mühe in fremde Umstände versetzen müs-sen. Aber es ist auch keine leichte Sache mit einer solchenUmschaffung. Je vollkomnmcr die Fabel ist, desto weniger läßtsich der geringste Theil verändern, ohne das Ganze zu zerrütten.Und schlimm! wenn man sich sodann nur mit Flicken begnügt,ohne im eigentlichen Verstände umzuschaffcn.

Das Stück heißt die Brüder, und dieses bey dem Tcrenzaus einem doppelten Grunde. Denn nicht allein die beidenAlten, Micio und Dcmca, sondern auch die beiden jungenLeute, Acschinus und Ktesipho, sind Brüder. Dcmca ist dicscrbeider Vater; Micio hat den einen, den Acschinus, nur anSohnes Statt angenommcn. Nun bcgrcif ich nicht, warumunserm Verfasser diese Adoption mißfallen. Ich weis nicht an-ders, als daß die Adoption auch unter uns, anch noch itzt ge-bräuchlich, und vollkommen auf den nehmlichen Fuß gebräuch-lich ist, wie sie es bey den Römern war. Dem ohngcachtctist cr davon abgegangen: bey ihm sind nur die zwey AltenBrüder, und jeder hat einen leiblichen Sohn, den er nach sei-ner Art erziehet. Aber, desto besser! wird man vielleicht sagen.So sind denn auch die zwey Alte wirkliche Väter; und dasStück ist wirklich eine Schule der Väter, d. i. solcher, denendie Natur die väterliche Pflicht aufgelegt, nicht solcher, die siefreywillig zwar übernommen, die sich ihrer aber schwerlich weiterunterziehen, als es mit ihrer eignen Gemächlichkeit bestehen kann.

?ater clle 6ileo nl> illis, c^ui voio keiunt!Sehr wohl! Nur Schade, daß durch Auflösung dieses einzigen