Druckschrift 
7 (1839)
Entstehung
Seite
433
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Zweyter Band.

Knoten, welcher bey dem Tcrcnz den Acschinus »nd Ktcsipbounter sich, nnd beide mit dem Dcmca, ibrcm Vater verbindet,die ganze Maschine ans einander fällt, und aus Einem allge-meinen Interesse zwey ganz verschiedene entstehen, die blos dieConvenicnz des Dichters, und kcincowcgcs ibrc eigene Naturznsammcn halt!

Denn ist Acschinus nicht blos der angcnommcnt, sondernder leibliche Sohn dcs Micio, was hat Dcmca sich viel nmihn zu bekümmern? Der Sohn eines Bruders geht mich sonahe nicht an, als mein eigener. Wenn ich sindc, daß jemand»leinen eigenen Sobn verziehet, gcsckähe cS aucb in der beste»Absicht von der Welt, so habe ich Recht, diesem gutherzigenVerführer mit aller der Heftigkeit zu begegnen, mit welcher,bcvm Tcrcnz, Dcmca dcm Micio bcgcgnct. Abcr wcnn esnicht mcin Sohn ist, wcnn cs dcr cigenc Sohn des Ncrzicbcrsist, was kann ich mchr, was darf ich mehr, als daß ich die-sen Ncrzichcr warne, und wcnn cr mcin Brudcr ist, ihn öftersund crnstlich warne? Unscr Verfasser setzt den Dcmca aus dcmVerhältnisse, in wclchcm cr bcy dcm Tcrcnz stehet, abcr cr laßtihm die nchmlichc Ungcstümhcit, zu wclchcr ihn doch nur jcncsVerhältniß berechtigen konnte. Za bcy ihm schimpfet und to-bet Dcmea noch weit ärger, als bcy dcm Tcrcnz. Er will ausdcr Haut fahren,daß cr an scincs Bruders Kinde Schimpfund Schande erleben muß." Wcnn ihm nun abcr dicscr ant-wortctc:Du bist nicht klug, mcin lieber Brudcr, wcnn duglaubest, du könntest an meinem Kinde Schimpf und Schandeerleben. Wenn mcin Sohn cin Bube ist und bleibt, so wird,wie das Unglück, also auch der Schimpf nur meine scnn.Du magst cs mit dcincm Eifcr wohl gut mcincn; abcr crgcht zu wcit; cr beleidiget mich. Falls du mich nur immerso ärgern willst, so komm mir lieber nicht über die Schwelle!u. s. w. " Wcnn Micio, sage ich, dicscs antwortctc: nichtwahr, so wäre dic Komödie auf ciumal ans? Odcr könnteMicio etwa nicht so antwortcn? Ja müßte cr wohl eigentlichnicht so antworten?

Wie viel schicklicher ciscrt Dcmca beym Tcrcnz. DicscrAcschinus, den er ein so lüdcrlichcs Lcbcn zu führcn glaubt,Lesimgs Werke VII. 28