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Hmnburgische Trcmialurgie.
Schlägcrcy selbst, nicht so spät hätte geschehen lassen. Auch siesollte und müßte das seyn, was den strengen Natcr aufbringt.So aber ist er schon aufgebracht, ehe sie geschieht, und manweis gar nicht worüber? Er tritt auf lind zankt, ohne dengeringsten Anlaß. Er sagt zwar: „Alle Leute reden von der„schlechten Aufführung deines Sohnes: ich darf nur einmal„den Fnß in die Stadt setzen, so höre ich mein blaues„Wunder." Aber was denn die Leute eben itzt reden; worinndas blaue Wunder bestanden, das er eben itzt gehört, und wor-über er ausdrücklich mit seinem Bruder zu zanken kömmt, dashören wir nicht, und können es auch aus dem Stücke nicht er-rathen. Kurz, unser Verfasser hätte den Umstand, der den De-mca in Harnisch bringt, zwar verändern können, aber er hätteihn nicht versetzen müssen! Wenigstens, wenn er ihn versetzenwollen, hätte er den Dcmca im ersten Akte seine Unzufrieden-heit mit der Erzichungsart seines Bruders nur nach und nachmüssen äußern, nicht aber auf einmal damit herausplatzen lassen. —
Möchten wenigstens nur diejenigen Stücke des Mcnandcrsauf uns gekommen seyn, welche Tcrcnz gcnutzct hat! Ich kannmir nichts Untcrrichtcndcrs denken, als eine Vcrglcichung diesergriechischen Originale mit den lateinischen Kopiccn seyn würde.
Denn gewiß ist es, daß Tcrcnz kein bloßcr sklavischer Ucbcr-sctzer gewesen. Auch da, wo er den Faden des McnandrischcnStückes völlig beybehalten, hat er sich noch manchen kleinenZusatz, manchc Verstärkung odcr Schwächung cincs und des an-dern Zuges erlaubt; wie uns deren vcrschicdnc Donatus in sei-nen Scholicn angczcigt. Nur Schade, daß sich Donatns im-mer so kurz, und öfters so dunkel darüber ausdrückt, (weil zuseiner Zeit die Stücke des McnandcrS noch selbst in jedermannsHänden warcn,) daß cS schwer wird, über den Werth odcr Un-wcrth solcher Tcrcnzischcn Künstclcvcn etwas Zuvcrläßigcs zusage». In dcn Brüdern findet sich hiervon ein sehr merkwür-diges Erempcl.