Hauibnrgischc Dramaturgie.
„Es ist schr sonderbar, erklärt sich Eolmann, „daß diese„Anmerkung des Donatus so gänzlich von allen Knnstrichtern„übersehen worden, da sie, bey unserm Verluste des Mcnau-„dcrs, doch um so viel mehr Aufmerksamkeit verdienet. Unstrci-„tig ist cö, daß Tcrcnz in dem letzten Akte dem Plane des„Mcnandcrs gefolgt ist: ob er nun aber schon die Ungcrcimt-„hcit, den Micio mit der alten Mutter zu vcrhcvrathcn, angcnom-„mcn, so lernen wir doch vom Donatus, daß dieser Umstand„ihm selber anstößig gewesen, und er sein Original dahin ver-bessert, daß er den Micio alle den Widerwillen gegen eine„solche Verbindung äußern lassen, den er in dem Stücke des„Mcnandcrs, wie es scheinet, nicht geäußert hatte."
Es ist nicht unmöglich, daß ein Römischer Dichter nicht ein-mal etwas besser könne gemacht haben, als ein Griechischer.Aber der bloßen Möglichkeit wegen, möchte ich es gern in kei-nem Falle glauben.
Eolmann meinet also, die Worte des Donatus: ^nnlAlonanili'um feiiex <Io »uptiis non Fi'avütur, hießen so viel, als:beym Mcnandcr strcibct sich der Alte gegen die Hcy-rath nicht. Aber wie, wenn sie daS nicht hießen? Wennsie vielmehr zu übersetzen wären: beym Mcnandcr fälltman dem Alten mit der Hcyrath nicht beschwerlich??nn.>ti!>?! gravail würde zwar allerdings jenes hcisscn: aber auch«?o m>i>tiis Fisv-ir!? Zn jcncr Rcdcnsart wird Fiuvari gleichsamals ein Deponens gebraucht: in dieser aber ist es ja wohldas eigentliche Passivum, und kann also meine Auslegungnicht allein leiden, sondern vielleicht wohl gar keine andereleiden, als sie.
Wäre aber dieses: wie stünde es dann um den Tcrcnz?Er hätte sein Original so wenig verbessert, daß er es vielmehrverschlimmert hätte; er hätte die Ungereimtheit mit der Vcrhcy-rarhung des Micio, durch dic Wcigcrung desselben, nicht ge-mildert, sondern sie selber erfunden. 1'erentius -^>^lx^!Aber nur, daß es mit den Erfindungen der Nachahmer nichtweit hcr ist!