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unserer Großbanken, aus den Bericht der Dresdner Bank, indem ausgeführt wird, daß von den Kreditoren dieses Instituts,die mehr als 11 Milliarden Papiermark betragen, mehr alsein Viertel auf ausländische Gläubiger entfällt. Ich glaubenicht, daß die Dresdner Bank das hervorgehoben hätte, wennsie der Ueberzeugung wäre, daß diese Zahl aus dem Rahmenherausfällt. Diese Dinge bezeichnen den Zustand unserer ganzenWirtschaft. Deswegen glaube ich : der Betrag von 20 MilliardenGoldmark Verschuldung an das Ausland ist nicht zn hoch,sondern eher zu niedrig gegriffen. Wenn Sie nnn davon nur5 Prozent Zinsen rechnen, so ist das eine Belastung unseren-Zahlungsbilanz um eine weitere Milliarde Goldmark. WennSie sich aber erkundigen, wieviel Zinsen heute an das Auslandtatsächlich gezahlt werden müssen, so kommen wir leicht auf dendoppelten Betrag. Ich will nur eine Milliarde zuschlagen.Rechnen Sie das hinzu, schlagen Sie das zu den 2''s MilliardenDefizit unserer Handelsbilanz, das heute besteht, so kommenSie auf 3Vü Milliarden! nnd diese Summe hinzngerechnet zuden Ä Milliarden, die vom Reiche an die Ententestaaten znbewirkender Goldleistungen, ergibt einen Gesamtfehlbetrag derdeutschen Goldbilanz von jährlich 7^> Milliarden Goldmark.Da frage ich: Wo ist der Zauberstab, mit dem das Papier, dasSie allein auch mit der schärfsten Anziehung der Steuerschraubeaus Deutschland nicht herausholen können, - wo i^st der Zanber-stab, der dieses Papier in Gold umwandelt? Ich kenne diesenZanberstab nicht.
Meine Damen und Herren! Wir wollen doch auchin diesem Punkte absolut klar sehen? nnd weil wir daswollen, deshalb bedaure ich gewisse Veröffentlichungen, die inletzter Zeit hinausgegangen sind und die über diese wichtigeFrage eine starke Unklarheit verbreitet haben; natürlich nichtabsichtlich, das nehme ich nicht an.
Ich komme damit auf die augenblickliche Situationund die Frage, wie es überhaupt in der nächsten Zeit mitunseren Zahlungen an das Ausland werden soll. DenDamen und Herren ist bekannt, daß wir bei Unterzeichnnung des Ultimatums innerhalb einer ganz kurzen Fristeinen Wechsel auf eine Milliarde Goldmark an die Entente-staaten gegeben haben, der am 31. August dieses Jahresfällig ist und eingelöst werden muß. Dann kommen vom Endedieses Jahres ab die regelmäßigen Zahlungen, die wir in achtvon den zwölf Monaten des Jahres zu erfüllen haben. Siebetragen am 13. November zum erstenmal ein Viertel der 26-prozentigen Exportabgabe, also nngefähr 330 Millionen Mark.Es kommt dann am 15. Iauuar 1922 znm erstenmal eineZahlung von 300 Millionen Goldmark, ein Viertel der festenAnnuität von 2 Milliarden Goldmark; dann am II. Februar