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fliegenden ^ahueu in das bimetallistische Vager übergegangen. Schon derReichstags-Antrag Venn 16, Februar 1895 zeigte, wie alte folgenden,so der im englischen Unterhaus venu 27, Februar 1895 und die späterenim März 1896 in den Parlamenten van Wien, Paris, Brüssel, Perlin und Vondou eingebrachten, eine merkwürdige Bcrschleieruugdie Re-solution >var bimetallistisch nnr unter einein gewissen Borbehalt, nichtdem Wortlaut, sondern nur dem Sinne nach, der aber erst nach AnnahmedeS Antrags hiuciugebracht werden sollte, Tie Bimetallisten legten es aufein Blnnto-Accept au; den derart gewonnenen Schein mit einem aufsweiteste verpflichtenden Inhalt auszufüllen, dafür wollten sie später schonSorge tragen. Das gleiche Manöver, das im Vorjahr, am 16, Februarl895 im deutscheu Reichstag und am 27, Februar 1895 im euglischeuUnterhaus so gut gelungen war, sollte in der Märzwoche in allen Parla-menten wiederholt werden, mit einer ähnlich lautenden Resolution, die „nichtBimctallismus, sondern nnr Milch und Wasser ist", so daß sie nicht ein-mal von den Gegnern bekämpft wird. Und das erste Parlament, dasdieser Resolution beitrat, sollte das englische Unterhaus sein.
Der Erfolg schien ganz sicher, Zst doch jedem Staatsmann dieGewohnheit eigen, keiner Gruppe von Wählern, und sei sie auch uoch sounbedeutend, vor den Kopf zu 'stoßen oder sie sich gar ganz zu ent-fremden, Diefe Regel erscheint einer so rücksichtslosen Masscndemagogiegegenüber, wie der Bimetalliömus ist, erst recht angezeigt. Gemäß dieserdiplomatischen Gepflogenheit haben bisher die Anhänger der Doppelwährungallerorts, so in Paris am 11, Dezember 1895, so in Vondon am 27.Februar 1895 uud am 17, März 1896, so in Berlin am 16, Februar1895 und 8, Februar 1896 platonische Sympathiebezeugnngen erhalten.Jede der Regicruugeu macht deu Bimetallisten über ihre sublimen Ideendie schönsten Elogen, erklärt aber mit bedauerndem Achselzucken, in derVerwirklichung dieser Zdeen könne sie unmöglich ihren Nachbarn den Bor-tritt nehmen. Uud dieser höflichen Erklärung zollen beide streitenden Teileihren Beifall, Nach allseitigem Anötansch der Höflichteitsverbeuguugeufällt der Borhang, die Sache selbst aber kommt dabei auch nicht um eiueuSchritt voran.
Was dem bimetallistischen Borstoß sofort deu Charakter eiucr inter-nationalen Komödie ausdrückte, war die Wiederholung des Dnpierungs-versuchs vom Februar 1895. Wem es mit einer Aktion ernst ist, dersucht seiucr Sache nicht mit derartigen Wiukelzügen znin Siege zn ver-helfen. War wirtlich die Situation für die internationale Einführungder freien Silberprägnng so günstig, wie ihre Freunde die Welt glaubenmachen wollten, dann mußten ihre Anträge auch direkt auf dieseNeuernng der freien Silberprägnng lauten, dann konnte die ent-scheidende Aktion nnr darauf hinauslaufen, daß für die angeblich sofreundlich gesinnten Regierungen ganz bestimmte Bertragsbcstiinmungen,ein Mindestmaß der notweudigcu wechselseitigen Zugeständnisse ausge-stellt nud die Ministerien der Großmächte zu einer wirklichen Aktiond, h, zu biudcudeu Erklärungen wegen Uebernahme bestimmter 5?vfer,Risiken und Berpflichtnngen gedrängt würden. Noch kein Vand uudkeine Regierung hatte in den letzten Jahren irgend einen Schritt gethan,um an dem gegenwärtigen Währnngssustem zu äudcru. Die hausierendenBimetallisten aber zeigten sich, wenigstens bisher, ungemein erfreut, weuusie mit derartigen Viebenswürdigleiten, die nichts kosten, abgespeist uud