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Die Währungs-Debatte im englischen Unterhaus vom 17. März 1896
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von einei» Kabinet zum ander» geschickt wurden, von teiueiu abermehr als tröstliche Warte erhielten. Mau könnte ineinen, diesem diplo-matischen kavieren solle diegroße Aktion" uuu ein Ende bereiten stattdessen bezweckt sie nur eiue'Wiedcrlwluug früherer Erklärungen, linserReichskanzler z. B. erklärte schon am Ki. Februar 1895, daßder zunehmendeWertuutcrschied zwischen den beiden Münzmetallen eine nachteilige Wirkungauf unser Erwerbsleben ausübe" : am 8. Februar >89(! wiederholte er, daßdie Hebung und Befestigung des Silberpreises als eiu erstrebenswertes Zielerscheine": was soll nnn der nahezu gleichlautende Reichstags-Antragan diesen beiden Erklärungen ändern? Wie in dm andern Parlamenten,enthält auch der dem Reichstag vorliegende Antrag nur das nebelhafte,akademische verlangen einer Festlegung des Wertverbiiltuisses des Silberszu Gold. Worauf es aber iu der Sache ankommt, ist die Frage, ob damitdaS Verhältnis von 1 : 15'/^ oder von 1 : 30 gemeint ist; über diese Frageverlautet nichts-, ebensowenig darüber, ans welchem Wege diese Festlegungerreicht werden soll: die bimetallistischeu Blätter erklären es nur als zweifel-haft, ob ein solches Ziel auf einem andern Wege als durch Bimetallismuszu erreichen sei.

demnach möchte es fast scheinen, als ob es den Regisseuren sogarunangenehm wäre, würden sie von der Reichsregiernng, von deren Uueut-schiedeuheit sie leben, m e b r bewilligt erhalten, als ob sie znsrieden wären,wenn sie nur mit einer leeren Demonstration vor die Masse der Wählertreten können. Die Sache liegt hier ähnlich, wie bei dem Autrag Kanitz,der nur so lange, als die Regierung den neutralen Znschancr spielte, imReichstag immer mehr Anhänger zu gewinnen schien.

n.

Die Verhandlungen des englischen Unterhauses vom 17. Mär;1896 nahmen ganz den gleichen Verlauf, wie am 27. Februar 1895unter dem liberalem Ministerium. Auch im Vorjahr nämlich hatten dieBimetallisten ansänglich beabsichtigt, dem Unterhaus eine Resolutionvorzuschlagen, nach der es die internationale Wiederherstellung derFreiprngnng nnd der Bollgcldeigenschaft des Silbers verlangen follte.v)m letzten Augenblick wnrde diese Resolution dahin abgeändert, daßdas Hans, unter dem Ausdruck des Bedauerns über die durch denEilbersall verursachten Schädigungen eine nochmalige Beratung der etwamöglichen Heilmittel ans einer internationalen Konferenz befürwortensolle. Die Bimetallistcu fügten sich sogar der von der damaligenRegierung gestellten Bedingung, daß ans der Kvnscrenz vom internationalenBimetalliSmuS überhaupt uicht die Rede sein dürfe. HickS-Beachs liberalerBorgänger, Sir William Harcvnrt führte damals ans, daß ans den inter-nationalen Konferenzen der Kern der Sache, nämlich die Frage, was fürein WertverhültniS zwischen Gold nnd Silber nen ansznstellen sei, immerumgangen werde.Wer aber," fnhr er sort,diese Frage studiert hatund sie für ein nebensächliches Detail erklärt, der versteht entweder nichtsoder geht nicht ehrlich vor. Sobald mau zur Verhandlung der Relationkommt, wird man mahrnehmen, wie verschieden die Interessen der Beteiligtensind. Silbererzengende Länder, (wie Nord-Amerika , Merito), haben dasnatürliche Interesse, den Preis ihres Produkts, also die Relation hoch zuhalten. Andere Länder iwic Frankreich ) besitzen große ^Überbestände,