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beteiligt, als Deutschland ! aber auch davon abgesehen ist vor allein dasWohl und Wehe des Kronlands Indien, des Rückgrates des englischenKolonialbesitzes, des Grundpfeilers der Weltstellung Großbritanniens , nnfsengste mit dem Schicksal des Silbers verbunden. In den „Iwarils^ der Eingeborenen, in den Schmuckgegenstäudeu, wie sie anch der letzte Hindu l>at, besitztdas Land ein Kapital von einigen Milliarden, das durch deu Preisfall desSilbers um en. entwertet worden ist, Lebbaft klagt nian ferner in
Zudien über die Schwierigkeit, die K ap ital- Auleiheu, die zur Entwickeluugdes Landes uötig siud, von Europa zu erhalte»: denu N'er will seiu (^eld iueinem Lande anlegen, dessen Währung vou Jahr zu Jahr weniger ivert wirduud dauiit sür Zius und Hauptsumme eine ständige Eutivcrtuugsgesahrenthält? 'Auch der indischen Regierung sällt es sehr schwer, Anleihen auf-zunehmen, die sie zum Ausbau des Eiseubahuuetzes uubediugt brauchteGoldauleiheu ersorderu zu große Opfer für die Zinsleistnng, und Silber-anlechen tonnen in London mir zu ungünstigem ,^nrse untergebracht werden.So macht die Entwicklung des Landes viel geringere Fortschritte, als essonst der Fall wäre. Schwer leiden weiter die indischen Finanzen nuterder Silberbaisse, Die Kolonie hat allein in England jährlich »ngesähr16 Millionen Psnnd Sterling in Gold aufzubringen. Dies erfordert mitjedem Sinken des Wechselkurses größere Opfer, Demi während bei demder Relation 1 : 15"/> entsprechenden Kurs von 1 «Ii 10^/s ct für dieRupie etwa 10'^ Rupien ein Pfnnd Sterling gelten, sind beim jetzigenKurs vou 1 sli 2"/z ä deren 16'/s erforderlich, nm einen Sovereign auf-zubringen. Ein Rückgang des Wechselkurses um 1 <l bedeutet eine Ver-schlechterung des indischen Budgets um mindestens 25 Millionen Rupien;1891 repräsentierte die ebeuerwähute Goldzahlung von 16 Millionen ^bei dem damaligen Kurse 212, 1895 dagegen 294 Mill, Rupien, Mit demBestreben der indischen Regierung, eine Hebung des Silberwertes zu erlangen,decken sich sodann die persönlichen Interessen vieler englischen Familien,die nahe Verwandte, sei es in Diensten der indischen Regierung oder indenen dortiger Handelshäuser, haben. Und was gedenkt nnn England zuthnn, nm alle diese Schwierigkeiten zn erledigen? Es beschränkt sich da-raus, die Wiedereröffnung der indischen Müuze anzubieten, mit der derkontinent gar nichts zu thun hat, möchte aber im übrigen Deutschland und die Lateinische Münzuuion ins Fener schicken. Das klingt wie einHohn, da ein Doppelwährungsbund ohne Englands Beitritt gar nichtlebeussähig ist.
Schon bei den französischen Währuugs-Eugueteu vou 1867 70 glaubteman, daß mit dem Münzspstem keinerlei Aeudcrung ohne Schaden vor-genommen werden könne, che der Anschluß Englands gesichert sei. Diesgilt namentlich gegenüber der Doppelwähruug, Ihre Schwäche nämlich liegtdarin, daß sie sich auf längere Zeit nicht erhalten kann, nnd, je nach der Zah-lungsbilanz, auf Monometallismus, sei es für Gold oder Silber, hinans-länft. Es ist ja ein Jahrhunderte alter Erfahrungssatz, daß höher ge-wertetes Geld nicht neben einem begehrten in Umlauf erhalte» werdenkann nnd in der Folge teils ans dem Lande verdrängt, teils zu Spetulatious-zweckeu eingesperrt wird. So fiele es anch gegenüber dem neu zu gründendenDoppclwähruugsbnnd dem außerhalb steheudcu England und seinem domi-nierenden Handel uud Arbitragcvertehr leicht, je nach der wechselnden Kon-junktur das Gold herauszuziehen; gegen London , den Mittelpunkt desGeldverkehrs und die allgemeine Äbrechuuiigsstellc in der Welt, entsteht