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Die Währungs-Debatte im englischen Unterhaus vom 17. März 1896
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wünschenswert, daß die Regierung Ihrer Majestät mit andern Mächtenin einer internationalen Äonsercnz zn dem ^ivccke znsammcutrete, umzu beraten, durch Ivelche Mastregeln jene Ucbelstände zn beseitigen oder znmildern ivären." (5r denke nicht, daß dao Hans von dieser cinstimmig an-genominenen Resolution in irgend einer Weise zurückzutreten ivüusche, aneljsei er sicher, das; Ihrer Majestät Regierung diese Absicht nicht hat.(Milsers!) Die jetzt eingebrachte Resolution, obgleich vielleicht einzelneWorte die Kritik herausfordern scheint niir iu ihrer Absicht ganz iden-tisch mit der vorjährigen. Ich würde nicht so früh in die Debatte eingreisen, wenn nicht mein ehrenwerter freund, der der Resolution sekun-dierte, gesagt hatte, es sei eine bimetallistische Resolution, obgleich sie nichtnotwendigerweise die Annahme des Bimetallismus für dieses Vand in sichbegreise, - In Anbetracht der enormen Wichtigkeit dieser Frage, scheintes mir geboten, ungesäumt dem Hause mein.' eigene Meinung nnd, waswichtiger ist, die Politik darzulegen, die Ihrer Majestät Regierung indieser Sache zn befolgen für richtig erachtet. ^

(Kompliziertheit der Währnngsfrage nnd Bernnt-wortung der Regierung.) Ich darf meinen ehrenwerten Freund, derdiese Resolution einbrachte, zn der Bescheidenheit beglückwünschen, mit derer an diese Frage herantrat. Ich werde versuchen, ihn nachzuahmen,denn ich smnvathisiere nicht mit dem Selbstvertranen, womit einzelne

5 Die Rede behandelt nun folgende Punkte:

1) S. 18. Festlegung des Wertverhältnisses und deren Aus-führbarkeit: neven der Ansmünzung wirken nnf den Silberwert die ander-weitigen Lcrwcndnngsarten, sowie die unbegrenzte Steigernngsfähigtcit derProduktion so ein, das; dessen dancrnde Festlegung unmöglich ist.

Setzt man trotzdem den Fall, das; je eine solche durchgeführt werdenkönnte, so kommt sofort als Hauplfrage, zn welchem Salze dieses Wcrwerhältnisangenommen werden soll. In Amerika möchte man dieses Verhältnis ansden Satz von 1 : 16 festgelegt sehen: aber diese enorme Abweichung vondem heutigen Preisstand würde eine Unehrlichkeit gegen die Gläubiger in sichschließen. Andere wollen den heutigen Marktpreis zn Gruudc gelegt wissen:dann aber tonnten die übertriebenen bimctallistischcn Hoffnungen nicht in Er-füllung gehe».

2) S. 19. Garantie für die Dauer der internationalen Abmachung: fallsman nicht absolut sicher sei, das; zwingende Umstände solche thatsächtich verlangen,so stehe immer zn befürchten, das; sie im Falle eines Krieges oder einer Kriseaevrochcn werde; diese Unsicherheit aber bezüglich der Lebensfähigkeit desTovpclwälmingSbunoes müsse seine» Erfolg gefährden.

3) S. 20. Bcdurfnisfragc: Die allgemeine Geschäftslage giebt einenGnind zn einer Währnngsändcrnng nicht ab.

4) S. 20. Notlage der Landwirtschaft und der Bau «iwoll industrie,

ihr Zusammenhang mit der angeblichen Go ld kn n pp h ei t: Das prakliscke^ieschäftslebeu weist von einem angeblichen Goldmaugel nichts; er kann alsoauch nicht die Ursache des Preisrückgangs sei». Ebensowenig aber kann siein der Silbcrcntwertnug gcsncht werden: bezieht doch England von seinemganzen Weizcnbednrf ans Ländern mit Silbcnvährnng tanm zwei vom Hunden.

5) S. 23. Die Bcziclinttgcn zn Indien: Bei den Untersnchnngenüber die Abhilfe gegen die Uebclstände, welchen die indische Regierung infolgeder Silbercntmcrtnng ausgesetzt war, sei das englische Kiabinet nie gewillt ge-wesen, die Interessen dcS Mutterlandes nnd der Kolonien, in denen die Gold-währung besteht, zn gefährden.