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Die Währungs-Debatte im englischen Unterhaus vom 17. März 1896
Entstehung
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warum die lateiuiscl>e Uuiou sie ausgegeben habe. Er erividerte, das;Deutschland im Jahre 1873 schwere tasten auf das bimetallistische wüstemgehaust habe. iHört! Hört!) Ich habe au den bimetallistischen (Gründenimmer auszusetzen gehabt, daß sie den Thatsachen widerstreiten (Heiterkeit!).Jene Ursache war unrichtig', der ^Zusammenbruch hing nicht mit dem dentsch-sranzösischeu >!rieg oder mit dem Vorgehen Teutschlands zusanunen. '.Via»hat m Frankreich in deu Iahren 1808 nnd 1869 zwei Kommissionen überdiese ^rage eingesetzt, eine dieser Kommissionen erstattete noch vor dem "Ausbruchdes .Kriegs einen Bericht, welcher sagt:Ans dem allgemeineuMarkt zeigt Silber die Tendenz zu fallen, während (^oldim Preise steigt. Mehr als 500 Millionen in ,^ uns frank-st nckeu lagern bereits bei der Bank von Frankreich auf-gespeichert, nnd das Publikum scheint nicht länger geneigt,diese g e w ichtigen St ü ck e a n s z u n e h m ? u. Silb e r s ch eint n n -beliebt zu werden, nnd wir müssen eilen, es ansier 5inrszn setzen. Wenn wir dies nicht thnn, so wird das nnbequemeMetall uns sehr beschweren." Wie kann Frankreich wegen des.Krieges den Bimctallisnins aufgegeben haben, wenn schon zwei Ialirevorher jene .Kommission erklärte, dnst das ^aud des Silbers überdriissigsei? Tas ganze ^'iachiverk, aus dem die bimetallistische Beivcissiiiirnngberuht, fällt damit zusammen.

Ich null nichts über die behauptete G o ld tn a p p h e i t sagen;<°>'old >var nie so reichlich als jetzt, und nie wurden solche Meugeu, alsiu deu letzten 25 Jahren erzengt. Ich mochte nur uoch ein Wort über eiueuanderen Irrtum sagen, nämlich nber den Irrtum mit dem AusdruckHöl?er-bewertnng lnppreeiution) des Goldes", es ist dies genau dasselbe, wiedas-fallen der Preise", mir anders ausgedrückt. Ich sah neulich eiue Ab-bildung, die mir gut schien; es stand darunter:Ebbe". Mau sieht dieLondon -Brücke und sagt dazu:Nicht das Wasser ist gesalleu, die Brückehat sich gehoben." '^Heiterkeit!, Ebenso steht es mit der Ueberschätznng desWoldes. Bei schlechten Ernten ist Getreide teurer, bei guten billiger.Nach einer guten Ernte erhält man für einen Sovereign mehr Weizen,da sagt Ihr:Der Sovereign ist gestiegen," während Ihr nach einerschlechten Ernte weniger Weizen bekommt nnd dann sagt:Der Sovereignist gesallen." Kanu mau eiueu größereu Trugschluß machen? lind dochist die ganze bimetallistische Theorie ans derartige Trugschlüsse gegründet! Milsers! und Nein!).

Man hat viel über das Unheil gesprochen, welches die Schwan-kungen der Wechselkurse verursachen. Dieselben sind allerdings unange-nehm, aber sie finden sich fast in allen Ländern, mit denen wir Handel,treiben, am meisten in den Ländern mit entwertetem Papiergeld. Wassoll da der Bimetallismus sür eine» Heilerfolg haben? Wie soll er dieSchwierigkeiten mit Argentinien oder anderen Ländern beheben? Dasehrenwerte Mitglied sür Dover hat gesagt:Seht den nngeheuren Borteil,den das entwertete Geld jenen Böllern bringt. Sie können ihre Regen-schirme nnd ihre Pianinos mit großem Borteil verkaufen." , Heiterkeit!)Wird mein ehrenwerter freund mir gestatten, die letzte Konklusion hier-aus zu ziehen? Sic geht dahin: Je schlechter Ener Geld ist, desto wohl-habender seid Ihr! ^Heiterkeit!) Dann laßt uns nicht den BimetallismuSeinführen, schaffen wir uns eiu ganz wertloses Geld, uud das ehrenwerte Mit-glied für Dover soll unser Schatzkanzler sein! (Odesi's!) Je wertloseres