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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
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Kapitcl.j

Privatbibliotheken in Deutschland. Gutenberg .

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bestellte unter andern Matthias Corvinuö, König von Ungarn , eine ganzeBibliothek bei ihm und ließ sie unter seiner Aufsicht schreiben.

Erst in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts begann das vonden italienischen Humanisten gegebene Beispiel auch auf Deutschland seinen Einfluß zu üben. Die Anlegung größerer Privatbibliotheken trafhier also mit der Erfindung und Ausdehnung der Buchdruckerkunst zu-sammen. Junge Juristen, wie z. B. der Straßburger Peter Schott(1480), welcher in Bologna studiert hatte, brachten wertvolle Hand-schriften von klassischen, juristischen und theologischen Werken mit nachDeutschland. Nürnberger , augsburger und straßburger Patricier oderGelehrte, wie Christoph Scheurl , Wilibald Pirkheimer, Konrad Peutiu-ger, Geiler von Kaiscrsberg und Sebastian Brant , besaßen ansehnlicheBibliotheken, ja selbst der Adel begann solche anzulegen, und Brantkonnte in seinemNarreuschiss" schon die Büchernarren verspotten.

Das ungefähr war die Lage der Dinge gegen Mitte und Ende des15. Jahrhundert», als Deutschland eben anfing zu neuem geistigen Lebenzu erwachen. Da trat Gutenberg mit seiner Erfindung auf und hob dieKultur, nicht allein seines Vaterlandes, sondern auch von ganz Europa auf eine höhere Stufe der Entwickelung. Der rechte Mann erschien zurrechten Zeit.

Leider steht der große Mainzer Bürger in so schwachen, schwer er-kennbaren Umrissen da, daß es dem Forscher kaum gelingt, ihn seinermythischen Umhüllung zu entkleiden und in fester, leibhaftiger Gestaltdem Auge der Nachwelt zu zeigen. Nnr wenige vereinzelte Thatsachensind über ihn erhalten, sein Name wird nicht einmal unter einem dervon ihm gedruckten Bücher erwähnt. Wären nicht glücklicherweise inStraßburg und in Mainz zwei Bündel alter Prozeßakten über Gutcn-berg wieder aufgefunden worden, so würde es kaum möglich sein, sichein nur annähernd richtiges Bild von dem äußern und innern Gangeseiner Entwickelung zu machen. Dank den neuesten Kritiken und For-schungen, namentlich der bahnbrechenden vortrefflichen Werke A. von derLindes, lassen sich jetzt wenigstens die Hanptmomente im Leben des großenErfinders nachweisen. ^

Johann Gutenberg entstammt dem alten mainzn- Parricicrgeschlechtder Gensfleisch, welches zu den geldprägenden Münzgenossen der Stadtgehörte. Es stand länger als ein Jahrhundert mit an der Spitze des