Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
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Kapitel.)

Seine mechanischen Arbeiten. Seine Gesellschafter.

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schloß Gutcnberg einen andern Vertrag mit dem Vogt Hans Riffe inLichtenau und unterrichtete diesen im Spicgelmachen. Die Erzeugnisseder gemeinsamen Arbeit, an welcher Gutenberg mit zwei Drittel, Riffemit einem Drittel beteiligt war, sollten auf der großen Messe verwertetwerden, dem sogenannten Bend, der bei Gelegenheit der alle siebenJahre stattfindenden aachener Heiltumsfahrt und Reliquienverehrung inder alten Reichsstadt gehalten wurde.

Als Dritzehn von jenem Übereinkommen hörte, wünschte auch er indie Gemeinschaft aufgenommen zu werden. Gutenberg willfahrte seinemVerlangen und räumte ihm die Hälfte seines Anteils ein, sodaß jederder Gesellschafter ein Drittel Gewinn oder Verlust am Geschäft habensollte. Dritzehn teilte den wesentlichen Inhalt dieses Vertrags seinemZunftgenosftn Andreas Heilmann mit. Von dem in Aussicht stehendenGewinn mächtig angezogen, bat dieser seinen Bruder Anton Heilmann ,einen Geistlichen, auch ihm zum Eintritt in die Gesellschaft behilflich zusein. Gutenberg wollte anfangs nicht ans den Vorschlag eingehen, ließaber bald darauf den Andreas Heilmann doch zu, weil er, wie es scheint,inzwischen erfahren hatte, daß dieser zugleich auch den Geschäftseinschußfür den verschuldeten Dritzehn leistete, und weil auch Riffe keinen Ein-wand gegen dessen Aufnahme erhob. Es wurde also ein neuer Vertragvereinbart, dem entsprechend Gutenberg zur Hälfte, Riffe zu einem Viertel,Dritzehn und Heilmann aber jeder zu einem Achtel beteiligt sein sollten.Die beiden letztgenannten mußten zusammen 160 Gulden für ihre Unter-weisung in der Kunst an Gutenberg zahlen. Spiegel aus Glas, derenAnfertigung den ausschließlichen Zweck des zweiten Vertrags bildet, unddie durchaus keiu Geheimnis mehr war, waren zu jener Zeit noch «ineebenso große Seltenheit, als ein gesuchter Luxusartikel.

Die vier Unternehmer arbeiteten fleißig für die aachener Fahrt undhatten bald für den urspünglich bestimmten Termin ihr Lager im Stande.DieÖchevaart" (Fahrt nach Aachen ) war aber, wie es in den Prozeß-akten heißt, zu jener Zeit auf das Jahr 1440 verschoben worden, eineAngabe, die übrigens auf einem Jrrtnm beruhen muß, da die Wall-fahrt von vornherein auf 1440 festgesetzt war und auch wirklich indiesem Jahre stattfand. So scheint denn das für die aachener Fahrtbeabsichtigte Geschäft verunglückt zu sein. Was in der Folge ausden Spiegeln geworden, ob Gutenberg oder einer der übrigen Teil-st