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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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I.Kapitel: Die Zeit der Fremdherrschaft.

war, sollte jene Jahrzehnte des neuen Geistes abschließen und sich soeinschieben zwischen Zeiten der Ansänge und der Vollendungen, Zeitendes Durchbrechens und des Durchbildens.

Wie außerordentlich gesteigert gegenüber den Jahrzehnten, die umdie Wende des siebzehnten Jahrhunderts liegen, waren um die Wendedes achtzehnten Jahrhunderts Verbreitung, Lebhaftigkeit, Zweckmäßigkeitund Bewußtheit litterarisch-buchhändlerischen Schaffens, Genießens, Ver-treibens in der deutschen Welt! Wie hatten sich in dieser weiten undbunten Welt ncne Früchte angesetzt, nahmen andere die Färbung unmittel-bar bevorstehender Reife an! Es war wie das Heraufsteigen einer neuenWelt des Denkens, Dichtens und Trachtens. Neue Festen und Tiefenin Wissenschaft und Dichtung, neue Verheißungen der Technik, eine neueOrganisation in voller Bildung, erste entschiedene Forderungen, Pläneund Werke eines ncncn Geistes auf den Gebieten des Verlagsrechts, derPrcßfreiheit, der Buchhandel die ihm eigentümliche Einheit bekräftigend,indem er zeigte, wie er gewillt war, dem Geschäftsverkehr im Eentral-platze planmäßig Ordnung und Dauer zu verleihen, und zum ersten maleine neue Stärke und Tiefe dieser Einheit in einem ersten gemein-deutschen Reformunternehmen offenbarend. Zeigte sich nicht in feinen,aber deutlichen Umrissen ein von den führenden norddeutschen Staatenausgehender, aus Litterarverträgen der Einzelstaaten aufgebauter Nechts-verband? Pochte nicht der Geist der Schutzfrist an die Pforten desneuen Jahrhunderts, der bestimmt war, den langen Hader zwischenaltem und neuem, norddeutschem und süddeutschem Rechte zu schlichten?Schickte sich der Geist der Zeit nicht sichtbar an, Fesseln und Krückendes Privileg- und monopolhaftcn Gewerbcschutzcs abzuwerfen? Drängteer nicht auf durchgreifendere Arbeitsteilung zwischen Produktion undKleinhandel einerseits, sabrikartige Vereinigung der Zweige der Pro-duktion andrerseits?

Mit solchem Erbe ausgestattet, das erworben und gewonnen waraus der eigensten Entwickeluug der deutschen Litteratur und des deutschenBuchhandels, trat das neue Jahrhundert seine Bahn an; einer Erbschaft,die reiche Entfaltungen, große Ausgaben; auch schwere Kämpfe verhieß.

Hinweggerisscn, schrieb im Jahre 1805 Friedrich Perthes , den esfast empören wollte, daß in solcher Zeit eineIphigenie" erscheinen