Ccnsur, Klassiker, politische Broschüren. Reimer, Cotta, Mohr <d Zimmer. 1?
Littcratur? Die Lust zu Lektüre und Studium war nicht vermindert,und so war denn wiederum nicht abzusehen, wie Litteratur und Buch-handel hätten „untergehen" können, und der Mut des deutschen Buch-handels war im ganzen so wenig gebrochen wie der der deutschenGeistcswclt.
Wie der großen Staatsmänner, Feldherrn, Denker und Dichter,so gedenkt die Geschichte unseres Volks auch der deutschen Buchhändler,die durch die Stürme der Zeit ihr Geschäft steuerten als ein glückhaftSchifs und als Patrioten den Besten der Zeit sich an die Seite stellten.Welch stolze und erhebende Erinnerung für den deutschen Buchhändlerdie Erinnerung an Männer wie Georg Andreas Reimer in Berlin ,dessen klaren, unbefangenen und festen Geist wir schon in den Berat-schlagungen von 1802/04 schätzen lernten. Ein Haus hatte er sich ge-schaffen, er, „der gebildetste Buchhändler, den es Wohl geben möchte",wie Adolph Müllner 1807 urteilte, das einen Sammelplatz für die„lieblichsten und gescheitesten Leute" und, wie ein Freund Schleier-machers schreibt, „die gesuchteste, immer offene Stätte für die aus-gezeichnetsten Männer des deutschen Vaterlandes" war. Es war abereine Burg der Wehr und der Waffen, im eigentlichen und übertragenenSinne. Man warnte ihn wegen der vielen Waffen, die er im Hausehatte. „Laßt sie suchen bei mir", sprach trotzig Reimer, „ich kann ihnennicht wehren. Und wenn sie was finden, laßt sie mich erschießen, wennsie wollen und können. Ich überliefere mich nicht freiwillig, wehrlosin ihre Gewalt; die Wehr bedingt den Mann, kein Mann ohne Wehr".So erzählt Fouque , und daß es keine leeren Worte waren, sollte dasJahr 1813 zeigen. Und das Reimersche Haus war eine Schmiede-werkstatt, in der Waffen des Geistes geschmiedet wurden zur Be-freiung des Vaterlandes, und in der Männer wie Fichte, Schleier-macher , Arndt den Hammer führten; eine Zufluchtsstätte für die, dieim Stillen an der Befreiung des Vaterlandes arbeiteten, für Geächteteund Verfolgte, die nur unter Gefahr beherbergt werden konnten. Oderim Südwesten, da blühten, von Cotta zu schweigen, Verlagsfirmcn wiedie 1805 gegründete und von Zimmer geleitete Akademische Buchhand-lung von Mohr >K Zimmer in Heidelberg , aus der gerade in den Jahren1805 bis 1812, beginnend mit „Des Knaben Wunderhorn ", reicheGaben der Nomantik, von Jean Paul, Tieck , den beiden Schlegel,
Geschichte des Deutschen Buchhandels. IV. 2