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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
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1. Kapitel: Die Zeit der Fremdherrschaft.

Görrcs, 1812 SavignysGeschichte des römischen Rechts im Mittel-alter" in die Welt gingen. In Leipzig begann Karl Tauchnitz, derDorfschulmeistcrssohn, der erst 1797 mit einer Presse und einem kärg-lichen Schriftcnvorrat seine Offizin begründet hatte, mitten in der Zeitder Fremdherrschaft seine durch ihre typographische Schönheit Aufmerk-samkeit erregenden Taschenausgaben der griechischen und lateinischenKlassiker (1808 fg.), die in Deutschland und Frankreich sofort mit demlebhaftesten Beifall aufgenommen wurden, ja glänzte mit Klassiker-Folio-Prachtausgaben (von Schäfer besorgt), durch die selbst «Zöschens Pracht-Werke verdunkelt wurdeu. Außerordentlichen Absatz fanden die Musikalien das einzige Gebiet, das in den Hinrichsschen Verzeichnissen eineabsolute Zunahme aufweist, und zwar im Jahre 1813 gegen das Jahr1805 um 67"/; Friedrich Hofmeister gründete damals seiuc Leipziger Musikalienhandlung (1807) und legte die erste Musikalicnlcihanstatran, Firmen wie Brcitkopf ^ Härtel in Leipzig gediehen aufs beste, undnur über ein Zuviel an Musikalicuvcrlcgcrn und Komponisten begannmit Beginn des zweiten Jahrzehnts geklagt zu werden. Im Nord-westen verlor Friedrich Perthes in Hamburg , dessen Geschäfte sich bis1805 soübermäßig vermehrt" hatten, daß erkaum dagegen an-zugehen" wußte der Laden war aber auch der eleganteste in Deutsch-land und ein Büchcrvorrcit in solcher Ausgcsuchthcit gewiß nicht zumzweiten mal zu finden im Jahre 1806 alles, was er in zehn Jahrenerworben hatte; und doch, weil er sich von Vorsicht und Ängstlichkeitnicht übermannen ließ, sondern kräftig Zugriff, waren seine Geschäfteschon im folgenden Jahre größer denn je und dehnten sich immer mehrund mehr aus; Niebuhr nannte ihn denBuchhändlcrsouvcrain vou derEms bis an die Ostsee", aber sogar aus Frankfurt a. O. schrieb mauihm, man wisse wohl, daß er dasstärkste Sortiment in Deutschland "besitze. Was ihm der Buchhandel und was er der deutschen Nation indieser schweren Zeit war, das kann seine Idee desVaterländischenMuseums" zeigen, dessen Plan er von November 1809 ab versandte.Es sollte eine Freistätte der Wahrheit sein, in der die Mitglieder derdeutschen Gclehrtcnrcpublik vor- der Lebensnot, sei es auch nur deräußersten, Schutz und Zusammenhalt finden sollten.Solche Freistätteaber hat der Buchhandel ihnen schon lange gewährt und muß sie künftig nochmehr gewähren. Der deutsche Buchhandel ist das einzige noch vor-