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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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Wahlausschuß der Tcutschcn Buchhändler.

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Teilen Deutschlands , und so, daß sich höchstens neun reine Verlegerdarunter befänden. Dem so entstehenden fünfundzwanziggliedrigenKomitee sollten, wie einst im Jahre 1802, von allen deutschen Buch-händlern ihreBeschwerden, Wünsche und Vorschlüge" mitgeteilt werden,damit es eine,reifliche Berathschlagung darüber einleite". Es wurdengewählt alle sechs bevollmächtigten Deputierten vom Jahre 1814, Perthes,der so wider Willen in die Kreise korporativer Aktion hineingezogenwurde, die beiden Männer, deren Anregung die Veranlassung zu dieserVereinigung geboten hatte: Eberhard und Mohr, von den übrigenHalleschen Buchhändlern Schwetschke, die beiden Reformhäupter von 1802:Göschen und der Börsenvorsteher Horvcith, außerdem H. W. Hahn sun.(Hannover), W. H. Korn (Breslau), G. Reimer (Berlin ), A. W. Unzer(Königsberg), I. F. Hammerich (Altona ), C. A. Stiller (Rostock), PartheyfNicolai^ (Berlin), Darnmann (Züllichau), Gerhard Fleischer (Leipzig ),Rottig Andrej (Frankfurt a. M.), Carl Gerold (Wien ), H. R. Sauer-länder (Aarau) und Danckwerts ^Vandenhoeck ^ Ruprechts (Göttingcn).Abgelehnt wurde die Wahl, ohne Angabe der Gründe, von Rottig ausFrankfurt, Gerhard Fleischer aus Leipzig , einem Manne mit kausmän-nisch-freihündlerischen Geschüftsgruudsätzen, die mit denjenigen der ton-angebenden Leipziger sehr wenig harmonierten, und Horvath. Hor-vath wartete mit allgemeinen Wendungen auf; erst im nächsten Jahrewurde festgestellt, daß er, der einst vom hohen Katheder herab erklärthatte, daß man sich bei dem argen Verfall der Geschäftssitte fast schämenmüßte, Buchhändler zu sein, einen schwunghaften Nachdruckshandel be-trieb. Die Ersatzwahl ergab drei süddeutsche Namen, sodaß nun dieKorporation aus achtzehn norddeutschen und sieben süddeutschen Mit-gliedern bestand: I. Lindauer (München ), L. Reinherz fHcrmannsche Buch-handlung^ (Frankfurt a. M.) und L. Schräg (Nürnberg ).

So war neben die Leipziger und die zur Arbeit an derWieder-belebung, Reinigung und neueren besseren Organisation" bevollmächtigteDeutsche Deputation eine dritte getreten. Sie legte sich den NamenWahlausschuß der Teutschen Buchhändler" bei. Die beiden LeipzigerDeputierten Kummer und Vogel wurden zum ersten und zweiten Vor-steher, Eberhard wurde zum Centralsekretür gewühlt und eine Einteilungin fünf Distrikte vorgenommen, für deren jeden ein Sekretär bestelltwurde. Aus den Mitgliedern sollten jährlich fünf durchs Los ausgeschieden