14-4 6. Kapitel: Die Gründung des Börscuvercins der Deutschen Buchhändler.
ist und jährlich im Durchschnitt etwa 100 Centncr Bücher erhält.Fracht (rcsp. Porto), Emballage, Spesen, Eingangssteuern u. s. w. be-tragen dann 5)50 Rthlr. Die Kosten für Remittenten und Ladcnmiete(nur für das Sortiment) nebst Heizung und Licht, für Hnndlungs-abgabcn und -Unkosten (Gehilfen, Schreibmaterialien u. s. w.), für Meß-rcisc nach und Aufenthalt und Logis in Leipzig u. dergl. werden angesetztmit mindestens 950 Rthlr. Die Geschäftsunkosten (nur auf Sortimentbezogen, also unter Auslassung z. B. des Niederlagszinses für den Ver-lag u. a.) betragen also möglichst niedrig angesetzt 1500 Rthlr. DenJahresumsatz an Sortiment setzt Darnmann für sein Beispiel auf 10000Rthlr. an. Setzt man den Buchhändlcrrabatt mit 33^,-z "/„ (was in derThat zu hoch angeschlagen sei> und den Kundenrabatt mit 10 an, sobeträgt der Reingewinn 833 Rthlr. 8 gr. Es machen mit andern Wortenvom Jahresumsatz die Spesen 15 "/^ aus, und der Reingewinn würde ohneAbgabe von Kundcnrabatt 18,3 "/^ betragen und beträgt bei einem solchenvon zehn Prozent 8,-, "/g. Der von ihm hierbei angenommene Umsatz, be-merkt Darnmann, sei ein nicht unbedeutender. Andrerseits sind in der Auf-stclluug nicht berücksichtigt unvermeidliche Ausfälle an schlechten Schulden,Zinsen für das Lager, das jede auswärtige Handlung nötig hatte, undder oft beträchtliche Verlust an Agio. Ein Absatz von 10—12000 Rthlr.ordinär, schließt Darnmann, ergibt für eine Familie einen nur sehrmäßigen Unterhalt, „der sich bei aller Betriebsamkeit, wegen der sichjährlich mehrenden Handlungen, auch alsdann nur wenig verbessert,wenn man seinen Nachbarn die Kunden wegzunehmen sucht".
Wir haben so eine allgemeine Kennzeichnung der durchschnittlichenKundenrabattvcrhältnissc in Deutschland . Es gilt für sie ein Kunden-rabatt etwa von 10 " „, und das Sortiment konnte dabei bestehen, jenach dem, ob der Umsatz höher oder niedriger war, und ob er mehrZwangscharakter oder mehr den Charakter der Prämie für gute Ab-nahme und Bezahlung hatte, besser oder schlechter. Aus diesen im all-gemeinen durchaus nicht als unerträglich empfundenen Zustünden hobensich einmal einzelne Schleuderfällc und -Verhältnisse ab. EinzelneSchlcuderer treten mit Namen auf: z. B. Basse in Quedlinburg , derauch nach den Nachbarstndtcn Sortiment mit Viertel-, Verlag mit Drittel-rabatt lieferte, oder die Henningsschc Buchhandlung in Gotha , die vomSortiment 25 bis 33 ^/z und vom Verlag ohne Ausnahme 50 Prozent