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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
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Leipziger Vertrng gegen die Schleuderet. Der deutsche Äundcurabatt.

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Gerhard Fleischer, Hartmann, Reclam und Sommer, die am 10. Februarnicht unterzeichnet hatten, hatten die Deputierten unter das Eireularvom 11. Februar auf eigene Verantwortung hinzugefügt, und Fleischerlegte dagegen sehr erregt Verwahrung ein. Zu den Handlungen, dienicht unterzeichnet hatten, und die man aus so gewaltsame Weise nichtcinzufangen wagte, gehörten Breitkopf <K Härtel, Brockhaus, Göschen,die Hahnschc Verlagsbuchhandlung, und Brockhaus erklärte im MaiHartmann gegenüber dessen Partei sonach bei Brockhaus Anlehnunggesucht zu haben scheint noch ausdrücklich: er effektuicrc auch zu-weilen und zwar bedeutende Sortimentsbcstellungen, behalte sich aberdabei jederzeit völlige Freiheit vor und werde niemals einem dergleichenVertrage beitreten.

Aber auch von den unterzeichneten Handlungen hatten nicht wenigeihren Beitritt nur unter Vorbehalt des Beitritts der Auswärtigen er-klärt. Am 20. Februar erließen die Deputierten deshalb an hundertauswärtige deutsche Handlungen ^deutsche im cngern Sinne; nach Öster-reich, Böhmen, Mähren, Ungarn und der Schweiz wurde mit Aus-nahme von Salzburg kein Circular geschickt) eine Aufforderung, demLeipziger Vertrage beizutreten. Der Erfolg ist lehrreich für die Kenntnisder damalige» Kundcnrabattverhültnisse. Schon 10"/^ sei zu hoch, hießes aus Breslau, Mannheim und Heidelberg , soviel gebe man nurProfessoren, Schullehrern und größern Lehrinstitutcn; man gebe in derRegel beim Handverkauf überhaupt keinen Rabatt und nur aus Notgezwungen an Kunden auf besonderes Verlangen bei barer oder von einerZeit zur andern pünktlich geleisteter Zahlung 10 und von französischenBüchern wegen des teuren Portos auch da nicht (Stuttgart, Mannheim ,Karlsruhe); aus Coburg, Prcnzlau, Tübingen wird 10 "/g als dasÜbliche, aus Braunschweig 12 "/ als das Höchste angegeben; 10 "/y seienals Maximum vollkommen genug, heißt es aus Weimar, Züllichau ,Potsdam, Braunschweig; aus Frankfurt a. M., Coburg und Stuttgart wird geschrieben, man gebe eigentlich gar keinen Rabatt und nur not-gedrungen 10 und allerhöchstcns 15 Prozent; in Gotha war der üblicheRabatt 12"/; aus Schmalkalden wurden 12^"/» als der höchste Rabattbezeichnet, den man vernünftigerweise geben könne. Darnmann inZüllichau gibt eine allgemeine Berechnung des Sortimentergewinns. Ernimmt eine Handlung an, die über dreißig Meilen von Leipzig entfernt