148 3. Kapitel: Die Gründung dcS Börscnvereins der Deutschen Buchhändler.
mußten einen den Verhältnissen ihrer Gegend entsprechenden Marimal-rabatt für sich vereinbaren. Außerdem durfte dieser nicht öffentlich be-kannt gemacht und angeboten werden; wer hiergegen verstieß, sollte nichtals Buchhändler angesehen werden. Dazu, wie zu vielen andern Dingen,mußte man endlich, der einzigen Zusammenkunft auf der Leipziger Messe gegenüber, Ortsvercine schaffen. Sie schlugen die Gründung einesBerliner Buchhändlcrvcrcins, der zwar dem Leipziger Verein die Handreichen, aber ans die örtlichen Verhältnisse zugeschnitten sein sollte, mitfolgenden Grundbestimmungcn vor: Als Buchhändler wird nur aner-kannt, wer sich durch Gewerbeschein legitimiert hat; an Nichtbuchhündlcr,mit Ausnahme solcher, die an einem Orte Buchhändlergcschäfte treiben,der im Umkreise von sechs Meilen keine Buchhandlung hat, darf beiStrafe von 50 Rthlr. mit nicht mehr als 12^2 "/<> Rabatt geliefertwerden; die Buchhändler verschiedener landschaftlicher Gebiete setzen jeeinen bcsondern Maximalrabatt fest; der Handel mit Nachdrucken ist ver-boten; die Berliner Buchhändler handeln nach den Gegenden, in denenVereine bestehen, nur mit Buchhändlern, die diesen beigetreten sind.Einen andern Gedanken sprachen die Nürnberger aus: den der Herab-setzung des Buchhändlerrabatts. Auch andere, so (wie schon zwei Jahr-zehnte vorher) Reimer in Berlin , sahen darin das einzig rettende Mittel.Wie Reimer, so wünschten die Nürnberger (die dazu auf das Beispielder Engländer und Franzosen hinwiesen), einen Buchhändlerrabatt nichtüber 25 „Wenn diese 25 "/„ dem Sortimentshändlcr blieben, sowürde er sich besser befinden, als bcy dem großen Rabatt von 33'/z°/„":sie dachten sich bei dieser Verminderung gleichzeitig den Kundenrabattgänzlich abgeschafft; und doch konnte dabei zugleich der Verleger die Preiseherabsetzen. Das letztere war auch die Ansicht, die Reimer seit jeherverfochten hatte; nach ihm sollten die Preise um 12^2 "/<> herabgesetztwerden, und das obgleich er sich dabei einen Kundenrabatt von 12 "/„ —der aber auch von den Leipzigern nicht überschritten werden dürfte —beibehalten dachte.
Wenn man alle die Rückäußerungen der Auswärtigen überblickt,so hat man den zweifellosen Eindruck, daß ihr „Beitritt" zu dem Leip-ziger Vertrage abgelehnt war. Wollten die Leipziger ihre Schlcudcrcrzwingen, statt 25 wenigstens nicht mehr als ^ zu gewähren,so konnte den Auswärtigen gewiß nichts weniger einfallen, als eine