158 3- Kapitel: Die Gründung des BörsciwereinS der Deutschen Buchhändler.
nicht reden können, und sein Appell wäre nicht von dem geschichtlichenInteresse, das er in der Thcit besitzt, wenn er damit nicht im Geistederjenigen Richtung gesprochen hätte, die wirklich die herrschende war.
Auf der einen Seite der als dauernde Einrichtung gegründeteWahlausschuß der Deutschen Buchhändler, gedacht als beratende undvollstreckende Interessenvertretung des Gcsamtbuchhandels, ans der andernder Börsen-Privatnntcrnchmer und Nachdruckshändler, einst der Banner-träger der Reform, jetzt aber, wo sich ein Deutscher Buchhändlcr-Anf-sichtsrat bildete, von der Stunde der Bildung dieser „erwählten Ver-tretung des deutschen Buchhandels" an ihr geschworener Feind. Zwischenbeiden die sichtbar-unsichtbare Gemeinde der abrechnenden Buchhändler,aus deren Schöße das Horvathsche Privatuntenehmen entsprossen war,auf deren Grundlage einzig und allein aber auch die genossenschaftlichenReformideen von 1802,04 sich erbaut hatten. Die Stunde konnte nichtmehr fern sein, in der diese drei Faktoren in Sachen der Börse zu-einander Stellung uehuicu mußten. Als die Ostcrmesse 1824 nahte, hörteman, daß der zweiundsiebzigjührige Horvath sein freiwillig übernommenesAmt der Börsenverwaltung „Alters halber" niederzulegen gedenke.In wessen Hände? Die Jubilatemcssc 1824 brachte die Autwortdarauf: in einer Generalversammlung vom 16. Mai 1824, zu der er154 Einladungen hatte ergehen lassen, teilte der Wahlausschuß den ver-sammelten Buchhändlern mit, daß nunmehr er die Leitung des HorvathschcnUnternehmens übernehme. Und schon legte er ihnen auch die Grund-züge der künftigen Börsenverfassung vor. „Alle Buchhändler Deutsch-lands bilden einen Verein", dem jeder angehört, der sich den Statutender „Leipziger Börse" unterwirft. Die Börse ist der gemeinschaftlicheVereinigungöpnnkt, und zwar, so weit die Messe in Betracht kommt,auch für die Leipziger ; jeder deutsche Buchhändler, der ihre Statutenanerkennt, ist von selbst Mitglied der Leipziger Börse. Vorstände sinddie Leipziger und auswärtigen Deputierten. Eine gemeinschaftliche Kasseist zu errichten, ein bei der Umwandlung des Geschäftsverkehrs sodringend wünschenswertes „Börsenblatt" in „Form eines EircularS",das dem Buchhandel gratis geliefert werden soll, zu begründen; die dreiStellen eines gemeinschaftlichen Sekretärs, Kassierers und Syndikus sindeinzurichten/
Das Ziel der Bemühungen von ^uuo 1802 schien erreicht. Stand