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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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160 3. Kapitel: Die Gründung des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler.

gemeinsamen Handelns von 1814 ab keine führende Rolle mehr gespielt,ja 1821 gehörte der einstige Führer im Kampfe gegen Kundcnrabattund Schleuderet zu denen, die dem Drängen und Flehen Kummers ihrOhr verschlossen. Das unbehagliche Gefühl einem Leipziger Organi-sationsratswcscn gegenüber aber war auch jetzt vorhanden. Das erstedie Finanz, das zweite die Polizei Finanzpolitik und Polizeisystcmdes Leipziger Verlegers. Deputationen und Komitees, geheime Räteund Beratungen. Schwer und undurchsichtig sich ballende Wolken. DerWahlausschuß war geboren aus den Kämpfen gegen den süddeutschenNachdruck, und er hatte mit dein Kampfe gegen den Nachdruck den Kampfgegen die Schleudern verbunden. Genossenschaftliche Bekämpfung von Nach-druck und Schleuderet: die geschichtlichen Fäden gehen zurück auf PhilippErasmus Reich, wie denn die Leipziger Deputierten, die den unver-änderlichen Kern des Wahlausschusses bildeten, die unmittelbaren Nach-folger der Deputierten waren, die Reich eingeführt hatte. Die Tages-ordnung der Generalversammlung vom 1l>. Mai 182-1 wieö, vomRechenschaftsbericht abgesehen, als Gegenstände auf: Eingabe an denBundestag behufs Abstellung des Nachdrucks in Deutschland , zweck-mäßigere Einrichtung der Buchhändlcrbörsc, Teilnahme der Auswärtigenan den Geschäften der Bücherkommission, Begründung eines Littcratur-blattcö mit Novitäten Anzeiger. In der Voranstellung des den Nach-druck betreffenden Punktes, in der Verbindung der neuen Ziele desBuchhändlcrvcrcinö und des Börscnanzcigcrs mit den alten RcichschcnAnliegen der Abstellung des Nachdrucks und, wie man damals gesagthatte: derErweiterung der Zahl und Compctenz der Dcputirten",zeigt sich mit Deutlichkeit die geschichtliche Stellung des zu Jubilatc1824 geplanten Vereins.

Und wie das Jahr 1824 den aus der Börse zu entwickelndendeutschen Buchhändlcrvcrcin anknüpfen wollte an die buchhündlcrischeRcformgesellschaft des Leipzigers Philipp Erasmus Reich , so zerhieb dasJahr 1825 diese Fäden und stellte ihn unmittelbar und allein auf dieGrundlage der Börse von 1792, die von Auswärtigen gegründet warund nur als Börse gegründet war.

In jenen Jahren gerade wurden Pläne, die auf gewisse Änderungenin der Organisation des deutschen Buchhandels abzielten, auch in einemandern der wichtigsten deutschen Buchhandelsplütze erwogen, in Nürnberg ;