König und Scnefelder. Die großen Buchhändler. Gute alte Zeit. Zgl
Hohe Bücherpreise, keine Konkurrenz von Erheblichkeit, 33 ^ "/<,, Kundenmit ansehnlichen Rechnungen, Saldierung leidlich, unscheinbare Lokale,billige Mieten, alles ohne jeglichen Luxus, und eine angenehme gesell-schaftliche Stellung des Buchhändlers: so schilderte im Jahre 1849 dieSüddeutsche Buchhändlerzeitung mit der Betonung, daß dies seit dendreißiger Jahren anders geworden und nun in den vierziger Jahrenanders sei, die zwanziger Jahre.
Der Gelehrte, der Schullchrer und Beamte, Behörden und Biblio-theken und die Schüler der höheren Bildungsanstalten — die niederenSchulen brauchten außer Fibel, Gesangbuch und Katechismus höchstensnoch einen Kinderfreund, etwa den von Wilmscn oder Hempcl — dieswaren noch ganz überwiegend die Kreise, für die der große Buchhandelarbeitete, und die seine Bücher kauften. Die Herrschaft, die in späterenZeiten die modernen Klassiker antraten, führten damals die Klassikerder alten Welt. Wenn der Nachdruck unterdrückt wurde: wie konntenSchillers Gedichte bei einem Preise von 1^/z Thalcr für die, nichteinmal gut ausgestattete, Original-Taschenausgabe (bei F. C. W. Vogelin Leipzig ) großen Absatz finden? Die in einem Jahre abgesetztenExemplare von Schillers gesammelten Werken gar konnten selbst größereSortimentshandlungen zählen, und ehe die kleinere Sortimcntshand-lung einer Provinzialstaot ein Exemplar von Goethes Werken absetzte,gingen Jahre hin. Im übrigen gehörten zu den Kennzeichen des Bücher-markts jener Zeit die verhältnismäßig noch geringe politische Spannung,die Vorherrschaft der belletristischen Zeitschriften, deren vornehmste der„Hermes", die „Blätter für literarische Unterhaltung" (beide bei Brock-haus) und die „Wiener Zeitschrift" und deren beliebteste Cottas„Morgenblatt ", der Berliner „Gesellschafter" und (mit der für damaligeZeiten ansehnlichen Auflage von 1200 Exemplaren) die „Abendzeitung"in Dresden waren, sowie des Almanachs; die Leihbibliotheken veran-stalteten in der beginnenden Saison Taschenbücher-Cirkel; das gclescnsteder Taschenbücher war vielleicht Claurens „Vergißmeinnicht" bei Leoin Leipzig , Ladenpreis 2^ Thaler, das einerseits das Lieblingstcischcn-buch der seinen Welt war, und zu dem andrerseits selbst Dienstmädchenzusammengeschossen haben sollen. Die Illustration bestand in koloriertenoder unkoloricrten Kupferstichen.
In jener buchhändlcrisch im ganzen verhältnismäßig stillen Zeit