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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
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Konversationslexikon. E, F. Fürst, G. Basse. Klassikernnsgabcn. 203

die 8. Auflage in 32000 Exemplaren, 1838,41 das vierbcindigcConver-sationslexikon der Gegenwart" in 18000 Exemplaren. Welcher Eindruckohne Gleichen, wenn ein buchhändlerischer Schriftsteller in den vierzigerIahren sagen konnte, das Brockhaussche Konversationslexikon habe einenneuen Buchhandel, nämlich das Konditionssystem erzeugt!^ Schon imJahre 1818 hatte Friedrich Arnold Brockhaus mit drei hölzeruenPressen eine eigene Buchdruckern errichtet; im Jahre 1826 hielt darindie erste Schnellpresse, die erste in Sachsen, ihren Einzug, in Bewegunggesetzt noch, wie meist damals, durch ein von Menschenhand gedrehtesRad. Schon zur Zeit von Friedrich Arnold Brockhaus ' Tode (1823) be-schäftigte das Gesamtgeschäft 100 Personen; Ende der zwanziger Jahre be-stand es aus 180 Köpfen und war mit zwölf Hand- und drei Schnell-pressen die größte Druckerei im damaligen Deutschland ; im Jahre 1832gliederte sich der Offizin eine Buchbinderei, im Jahre 1833 eineStereotypengicßerci an, und 1834 wurde für die drei Schnellpressendie erste Dampfmaschine in Betrieb gesetzt.

Ein ungemein erhöhter Schwung verlegcrischer Massenspckulationaber auch im Gebiete der nicht-cncyklopädischen Litteratur. Wir denkendabei weniger an Gestalten wie G. Basse in Quedlinburg und denFürsten von Nordhausen" (E. F. Fürst in Nordhausen ), die damals zuden meistgenannten Buchhändlern im Niedern Chor gehörten. Basse ent-wickelte eine ungeheure Thätigkeit in Ratgebern u. dgl. sür alle möglichenBedürfnisse auf gewerblichem, medizinischem und hauswirtschaftlichemGebiete; Fürst ließ sich von einem Dr. Schöpffcr und dessen Frau unterzusammen 38 verschiedenen Namen besonders populärmcoizinische undhauswirtschaftlichc Schriften verfassen, die, auf Papier fragwürdigsterSorte gedruckt und hoch im Preis, trotzdem, wie der Basseschc Verlag,die weiteste Verbreitung fanden. Sie verstanden aber auch im Buch-handel für sich Stimmung zu machen; so lieferten beide dem SortimentBeilagen für die Lokalblätter und trugen die Bcilagegcbühren dafür. Vorallem aber wuchs die Unternehmertätigkeit auf dem Gebiete der Klassiker,der Klassiker ersten und derjenigen zweiten Ranges. Schon machten dieführenden Klassikerverlcger selber, die vielbcueidetenMonopolisten " derbesten Schätze der neuen klassischen Littcratur, den Versuch, etwas andereWege zu wandeln es war der Erfolg der derben Lehren des Ganz-und Halbnachdrucks und der steigenden Aufnahmefähigkeit des Publikums,