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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
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ö, Kapitel: Büchermarkt und Buchgewerbe 18141340.

auch auf buchhandelsgcschichtlichem Gebiete den Beginn neu verschärfterwirtschaftlicher Reibungen und gerade auf buchhaudclsgeschichtlichem Ge-biete den Neubeginn der dagegen ankämpfenden, von genossenschaftlichemGeiste erfüllten Regungen, die, nach den Vorspielen namentlich zu Be-ginn des Jahrhunderts und in der zweiten Hälfte des zweiten Jahr-zehnts, von da ab in geschlossener Folge bis in die letzten Jahrzehntedes 19. Jahrhunderts führen, und von denen an späterer Stelle zu-sammenhängend die Rede sein wird. Im Bilde der damaligen Zeitaber wiegt im Rahmen des Ganzen gesehen über jene sich neu beleben-den Regungen bei weitem der Eindruck der Erweiterung jcnes^ Umsatzesvor, jener Erweiterung geistigen Interesses und volkswirtschaftlicher Me-thode, die die bloß numerische Vergrößerung in außerordentlich aus-gedehntem Maße wettzumachen im Stande ist.

Ein kräftiges Wachstum der Produktion und der Buchhandlungen.Darin ist eingesetzt ein Aufleben alter und neuer technischer Zweige unddie Neuschöpsung epochemachender Erscheinungen des Büchermarktes.Diese Unternehmungen fanden eine ungeahnt begierige Aufnahme. In-einander verflochten wuchsen Unternehmung, Aufnahme, Vervielfältigung,Vertrieb. Die Thätigkeit des Verlegers, des Druckers, des Graphikersund des Sortimenters begann neu in die Tiefe und in neue Breitenzu gehen; und andrerseits wuchs die straff-energische Zusammenziehungder verschiedenen Zweige buchgewcrblichcr Betriebsamkeit in einer Hand.

Holzschnitt und Lithographie schufen eine neue Ära des Kunstverlagsund Kunsthandels; Buchhandel, graphische Künste und technische Zweigeschloffen sich zu festerem Bunde zusammen; begannen sich zu großen,umfassenden buchgewcrblichcn Unternehmungen zu gestalten; wie desJournals, so begann ein neues Zeitalter des illustrierten Buches.

Die Wandlung, die sich auf dem Büchermarkte vollzog, läßt sichder bloßen Form einer Statistik der Bücherproduktion allein natürlichnicht absehen; dennoch gibt sie sich auch in ihr schon nicht undeutlichzu erkennen, und es mag jedenfalls wie für frühere Jahrzehnte, so hierauch für das Vierteljahrhundert von 1816 bis 1840 die Frage beant-wortet werden: welches Bild sich wohl lediglich auf Grund des Ooäexnunäinarius für die in ihm verzeichnete buchhändlerische Produktionjenes Zeitalters ergeben würde. Die Produktion ist dort in folgendeGruppen eingeteilt: 1) Theologie, 2) Jurisprudenz, 3) Medizin, 4) Ge-