280 Kapitel: Bon der Säkularfeier bis zu den Märztagen (1840—1848).
handelte sich damit um eine Angelegenheit, die die Leipziger Buchhändleruicht mehr anging als den gesamten deutschen Buchhandel, und um eineAngelegenheit, die „eine Ansicht von dem Wesen des deutschen Buch-handels und eine Richtung gegen denselben" wahrnehmen ließ, deren„consequcnte Durchführung ihn in seinem innersten Leben, in seinenschönsten Eigenthümlichkeiten erschüttern" mußte. Eben darum legte dieDenkschrift „die ganze Lage des deutschen Buchhandels, seine Organi-sation und Wirksamkeit" dar und suchte damit zu zeigen, „was er demPublicum und was er den hohen deutschen Staatsregicrungen gegenüberzu leisten vermöge, was ihn fördern könne, was ihn erdrücken müsse".Sie schildert die Organisation des französischen und englischen Buch-handels, so, wie wir sie schon in unfern vorigen Banden (II, 334 f.,III, 109 ff., 211 f.) von Pütter und von Bensen etwa schildern hörten:die Konzentration des Buchhandels in den Hauptstädten, die spärlicheVerbreitung des Provinzialbuchhandels und seine Ausstattung meistnur mit wenigen lokal gangbaren Lagervorräten, die geringe Litte-raturkenntnis des Durchschnittsbuchhündlcrs, die weitverbreitete Ver-mischung des Handels mit Büchern und „andern ganz heterogenenWaaren", die Notwendigkeit, in die sich darum das Publikum versetztsieht, sich die Werke durch den Buchhändler von den Verlegern ver-schreiben zu lassen, durch welche direkte Bestellung und Beziehung durchdie Post die Werke ungemein verteuert werden, „zur großen Beschwerdedes Publicums und zur wesentlichen Hemmung in der Verbreitung derBildung und Wisscuschafteu im Allgemeinen", den Nachteil, den einesolche Gestalt des Buchhandels vollends für die Verbreitung neuerBücher, besonders von noch nicht bekannten Autoren, für ältere Bücheraber deshalb hat, weil sie „zu einer Waare werden, die keinen festenPreis hat, oft auch gar nicht zu bekommen ist, weil der ursprünglicheVerleger nicht darauf ausgeht, ein Lager von seinen Vcrlagsbüchcrn auf-zubewahren, sondern nur, sie so schnell als möglich zu was immer fürPreisen zu verwerthen". Sie zeigt den Gegensatz des BuchhandelsDeutschlands dazu, der seine eigentümliche, und man könne wohl sagenbessere Einrichtung „dem Mangel einer einzigen Hauptstadt" verdanke:die Buchhandlungen überall verteilt, in unmittelbarer, auf den gleichenBedingungen beruhender Rcchnuugsverbindung ohne Zwischenhändler;daher gleichmäßige Büchcrpreise in ganz Deutschland , die „Leichtigkeit