286 7- Kapitel! Von der Säkularfeicr bis zu den Märzt-igcn (1840—18481.
dung von Bibliotheken und Ausbildung armer Kinder, in Arnstadt grün-dete man eine Bürgcrbibliothek, in dem Dorfe Ballstädt eine Kleinkindcr-schule und eine Lesebibliothek, in Heidelberg wurden an arme Kinder Bibelnverteilt. Die Gedanken, für die der Kgl. Sachs. Rcntamtmann KarlPrcusker — der in den Jahren der Napoleonischen Herrschaft überDeutschland Lehrling und Gehilfe bei K. F. Koehler in Leipzig und Ge-hilfe in der Braunschweiger Schulbuchhandlung beim alten SchulratCampe gewesen war — schon in den dreißiger Jahren gewirkt hatte,brachen sich Bahn. Vereine entstanden, die es sich zur Aufgabe machten,gute gediegene Volksschriften in besserem Sinne zu möglichst billigenPreisen auch durch den Buchhandel unters Volk zu bringen: 1841bildete sich der Zwickauer, 1843 der Württembcrgische, 1846 der Nord-deutsche Volksschriftenvcrein, und wenn gerade der Allgemeine deutscheVolksschriftcnverein und Verlag auf Aktien (1847) wenig Lebenskraft be-wies, so ist er doch buchhandelsgeschichtlich darum der Erinnerung würdig,weil er von Buchhändlern, M. Simion und Julius Springer in Berlin ,begründet wurde. In Städten und Dörfern begann man Vollsbiblio-rheken zu gründen, den Schulen wurden Schülerlesebibliothekcn angefügt;I. Gersdorf und O. Ruppius begannen, 1846, sogar schon eine Zeit-schrift für das Volksschriftenwesen. Die Schriften damals lebender Ver-fasser wie Glaubrccht, O. von Horn, Gustav Nieritz, Jeremias Gotthelf ,Franz Hoffmann standen im Mittelpunkte solcher Bestrebungen, unddaneben brachten Otto Wigand in Leipzig, F. W. Gubitz in Berlin ,H. L. Brönner in Frankfurt a. M. in billigen, anstündig ausgestattetenAusgaben, das Bändchen zu 2 gGr., das kostbare Gut der alten Volks-bücher.
Der Zeiger rückte vor, und die Blütestundc der Pfcnnigmagazinclief ab, die Technik des Holzschnitts aber führte zu neuen und höherenSchöpfungen: im Jahre 1833 hatte Johann Jakob Weber dem eng-lischen und französischen Pfennigmagazin das deutsche Pfennigmagazinfolgen lassen, im Jahre 1843 folgte er der „IlluLtradst, I^ouclou ^evs"und der Pariser „II1u8t,l'g.tion" (beide 1842) mit der „Leipziger Jllu-strirten Zeitung", der ersten deutschen illustrierten Zeitung. Die Illu-strationen des Pfennigmagazins waren grob, sein Papier war grau undhöchst minderwertig, und die Klischees waren fast sämtlich aus England ,mit englischen Gegenständen. „Da war zu sehen für den deutschen Knaben: