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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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Achtes Kapitel.

Preßgesetzgebung und Urheberrechtvom Ausgang der vierziger Jahre bis zum Endedes Deutschen Bundes .

Hoffnungen. Geschäftliche Depression. Verheißungen. Provisorium und Preß-frechheit. Prcßfrciheit und Zeitnng. Belagerungszustand in Wien . Grundrechte.Reaktion. Buchhändlcrcensur und Verantwortlichkeit. Buchhandel und Revolution.Buchhandel, Preßfrcihcit und Gcwerbefrcihcit. Buchhändlcrpriifung. Protestegegen die Systeme der Verantwortlichkeit. Die preußische Bnchhcindlcrprüfuug.Preßgesetzgebung der Reaktion. Fortschritt der periodischen Presse. Fortgang derurheberrechtlichen Bewegung.

Die Presse ist frei! Heute zun? ersten Male erscheint unser Blattohne Censur!" Mit solchem Iubelruf begann die Hallischc Zeitung ihreNummer vom März 1848, und in Berlin druckte am gleichen TagedieVossische" einExtrablatt der Freude". Der Ruf klang durch diegesamte deutsche Zeitungspresse und durch die Welt des deutschen Buch-handels, und weithin sah man sich, die Brust geschwellt von seligen Er-wartungen, an der Schwelle eines neuen, von Licht und Glanz durch-fluteten buchhändlerischen Zeitalters. Die Fesseln fallen von uns ab,schrieben die Pester Buchhändler in einer Erklärung vom 26. April1848; schon sind wir befreit von der schmählichen Mauth -, Rcvisions-und Hausuntersuchung, den schändlichen geheimen Denunziationen undihren inquisitorischen Wühlereien; eine segensreiche Zukunft steht bevor.Der Buchhandel stimmte damit in einen Zukunftssang ein, der ähnlichvielfach in Deutschland erklang; von den im Michaelismeßkatalog desJahres 1848 angezeigten Schriften und Schriftchen beschäftigte sich nichtweniger als rund der dritte Teil (1468 von 4766) mit dem neuenGlücke Deutschlands .