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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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318 8. Kapitel : PrcßgesetMt'ilng u. Urheberrecht bis Ende de-? Deutschen Bttlives.

allererster Linie galten, die Grundlage zu seiner modernen Gestaltunggelegt hat.

Die Zeitgenossen selbst waren sich dessen inmitten der Reaktionszeitvoll und klar bewußt.Die deutsche Journalistik ist von ziemlich altemDatum, aber die Presse in ihrer jetzigen Gestaltung erst ein Kind von8 Jahren". Das wurde geschrieben in einer Nummer des FrankfurterJournals vom Jahre 1856.Dürftigkeit und Negation", so fahrt derAufsatz fort,war der Charakter der Presse in der vormärzlichen Zeit.Wollten die Leser politische Kost, so war sie in den Spalten der deutschenZeitungen nur unter dem Abschnitt .Ausland' zu suchen; mit dem Abhubder englischen und französischen Presse wurde das deutsche Publikum ge-füttert, wenn es mehr wollte, als Berichte über allerlei Haupt- undStaatsactioncn, polizeiliche Verfügungen, einiges Kammergczünk, Theater-,Kunst- und Litcraturncuigkeiten. Man vergleiche doch mir das erstebeste Zcitungsblatt des Jahres 1847 mit einer Nummer des Jahres1856! In Geist, Umfang und Form hat die deutsche Presse einenAufschwung genommen, den man dnrnm nicht verkennen darf, weil ernur allmählich sich entwickelt hat. Die Hauptcigcnthümlichkeit der neuenPeriode ist die systematische Berücksichtigung der deutschen Verhältnisse. .Der Anschauung des Deutschen ist nuumchr das eigene Vaterland ge-öffnet. . Er sieht das srische, bunte Leben einer kräftigen Nation, derenTheil er ist. Er nimmt tagtäglich wahr, wie viel reicher bei aller Viel-staatlichkcit sein Nationalleben ist, als jedes fremde, wie von 35 Punktenaus Alles baut und strebt nnd denkt zur Mehrung der eigenen undgemeinsamen Wohlfahrt." Im Jahre 1825 hatte I. A. von Bergt inder Broschüre:Der Buchhändler", geschrieben:Zeitungen müssenunparteiisch, getreu und sreimüthig das erzählen, was geschieht;huldigen sie blindlings einer eigennützigen Partei, so verschwindet dieTheilnahmc an einer solchen Zeitung bald". Jetzt, im Jahre 1860erklärten die Berliner Buchhändler und Zcitungs-Verlegcr in einemBericht über die am 11., 14. u. 18. Juli stattgehabte Vorbesprechung ..die Revision des Gesetzes vom 3. Juni 1852 betreffend":Bei derheutigen Eutwickelung des politischen Lebens ist jede Zeitung das Organeiner bestimmten Partei".

Vritik nnd Partei: das gerade sollte in der modernen Zeitung Bedentung und Leben gewinnen nnd ihr Bedeutung und Vebcn verleihen.