Kouditionsjystem. Richtung gegen unverlangte Neuigkeitssendung. ZZg
nach den Befreiungskriegen zunächst darstellte. Steigerung des ver-lcgerischen Wagnisses und Verminderung der Eigentätigkeit des Sorti-mcnterS waren die Nachteile, die seinen Vorzügen gegenüberstanden. DerTauschhändler nannte ein stattliches Sortimentslagcr neuer, älterer undalter Bücher sein eigen, die er alle im eigenen Interesse empfahl undunter die Leute zu bringen suchte. Als Sortimenter wurde der Buch-händler, grundsätzlich gesprochen, Kommissionshänoler ohne eigenes Lager.Im Jahre 1824, so erzählt ein kenntnisreiches Schriftchen: „DerBuchhändler", vom Jahre 1825, hat eine Buchhandlung von einerandern Bücher für 8 Nthlr. ord. zugeschickt erhalten; zur Ostermesse1825 remittiert sie Bücher für 4 Rthlr. 2 gr. und stellt die übrigen fürZ Rthlr. 22 gr. auf neue Rechnung („disponirt" sie). Dabei spieltenvon Anfang an auch die blinden Disponcnden ihre Rolle. MancheBücher, so erläuterte dasselbe Büchlein diesen Begriff, remittiertder Sortimenter nicht, sondern behält sie, manchmal mehrere Jahrehintereinander, zur Disposition zurück, und das geschieht sogar mitBüchern, von denen man Exemplare zwei- und dreimal nachverlangt hat,und zwar nicht etwa bloß mit den zuletzt verlangten, sondern mit fastallen Exemplaren, die man erhalten hat. — Was früher für die Bücher,deren Erscheinen ein Jahr und länger zurücklag, von der vereinten Thätig-kcit des Tauschbuchhandels geleistet worden war, hatte jetzt in steigendemMaße der Verleger mit eigenen Ankündigungen zu leisten; und wennman einen äußersten Gegensatz bezeichnen will, so stand auf der andernTeile der Sortimenter, der das Konditionsgut in großem Maßstab inder Art eines Bücherleihinstituts gegen feste jährliche Vergütung abgab,um es dann, oft in recht abgebrauchtem Zustande, zu remittieren; dassoll z. B. stark mit wissenschaftlichen Werken geübt worden sein, abermich mit Unterhaltungslitteratur, unter der Bedingung, daß die Bücheran der obern Seite nicht aufgeschnitten werden dürften.
Der deutsche Buchhandel müsse sich mehr erweitern und mit dieserErweiterung, d. h. Vermehrung der Firmen, habe ein viel eindringlichererBetrieb des Sortimentsbuchhandels Hand in Hand zu gehen: so ver-langten deshalb buchhündlerischc Schriften schon der zwanziger Jahre.
Es waren zunächst zwei Richtnngslinien, die für den Fortschritt in
diesem Sinne in Betracht kamen. Einmal das Verbitten der unver-
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