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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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Neuntes Kapitel.

Weiterentwickelung des Geschäftswesens.

18151867.

Richtung gegen unverlangte Neuigkeitssenduug. Fortschritt der periodischen Biblio-graphie; Wahlzettel. Vervollkommnung des Leipziger Kommissionsgeschäfts; Ab-rechnung, Bestellanstalt, Spedition und Auslicserung. Kommissiousgebühren,Frachtwagcn und Eisenbahn. Die Ncbcnkommissionsplätze. Fortgang der Richtunggegen die unverlangte Neuigkeitssenduug und des Ausbaues der Bibliographie.Barsortimeut. Reisevertricb. Modernes Antiquariat.

Wir sind auf unserer Wanderung bis heran an die große Wendezur Zeit der Errichtung des Norddeutschen Bundes und des neuenDeutschen Reiches gelangt, nnd die Zeit liegt um mehr als zwei Menschen-alter dahinter zurück, für die wir uns zuletzt mit der Gestaltung derbuchhändlerischen Geschäftsverhältnissc beschäftigt hatten; es waren dieJahrzehnte gewesen, die unmittelbar vor Beginn der Fremdherrschaftlagen, und sie waren die Zeit des neben dem alten Tauschsystem sichentwickelnden Konditionssystcms. Die Jahrzehnte nach der Fremdherrschaftwurden die Zeit, in denen der alte Tauschvcrlchr von Verlagssortimentzu Verlagssortiment bald ganz abstarb und dem allgemein aus derGrundlage des Konditionssystems sich abspielenden Verkehr zwischen Ver-lag und Sortiment Platz machte. Ansichtssendung des Verlegers an denSortimenter (Neuigkeitssenduug mit Remissions- und Dispositionsrccht),Ansichtssendung des Sortimenters an den Kunden; dabei einerseits nochkeine Wahlzettel oder periodischen Ncuigkeitsvcrzeichnissc, andrerseits nochdas Abklingen des Meßverlchrs alten Zuschnitts was schon die Dauerder Messe zeigte, die für den Einzelnen bis in die zwanziger Jahrehinein bis zu vier und von da an noch immer bis zu drei Wochen undim Ganzen noch um das Jahr 1840 vier bis fünf Wochen betrugwaren die Grundzüge des Geschäfts- und Vertriebswesens, wie es sich