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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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352 U.Kapitel: Weitcrentwickelimg des Geschäftswcscns. 18151M7.

lag in bcsondcru Uniständen dem Nichtbeitritt Frankfurts zum Deut-schen Zollverein begründet und war von keiner wesentlichen Bedeutung.

Im Januar 1838 wurde iu Stuttgart von Carl Messow dieSüddeutsche Buchhändler-Zeitung" (18381876) begründet; im Jahre1841 brachte sie die erste Stuttgarter Kommittcntcnlistc, und in dem-selben Jahre gründete Karl Göpel seine (jetzt Hollands) Ncrsendungs-listc; das Jahr 1842 rief den Verein der Buchhändler zu Stuttgart ins Leben, uud der Berein schuf sofort die gemeinsame jährlicheAbrechnung im Saale der Bürgergescllschaft, in dem sie noch heutestattfindet.

In die Entwickclnng, die sich natnrgemäß und notwendig in derbeschichte des Stuttgarter Platzes vollzog, suchte» zu Gunsten des eigenenPlatzes die Buchhändler Frankfurts einzugreifen. Sie versuchten, dieBuchhändler Süddcutschlands in einem Vereine um sich zu scharen, indem Frankfurt den Vorkämpfer gegen gewisse buchhändlerischc Übelständcdarstellte, und der 1839 zu Weinhcim gegründet wurde; die Stuttgarter hielten sich abseits; Frankfurt aber trat bald mit bestimmten Vorschlägenfür das süddeutsche Kommissionswesen hervor, die in dem Gedankender allgemeinen Frachtfrcihcit nach Frankfurt gipfelten. Der Stutt-garter Verlag stellte, 8. November 1839, die rheinischen Handluugc»,die den Frankfurter Vorschlägen zugestimmt hatten, vor die Wahl, ihrenBedarf von Stuttgart entweder direkt oder über Leipzig zu beziehen.Die scharfe Zuspitzung des Wettstreits zu Anfang 1840, als die Frank-furter Handlungen ihre Kommissionäre in Stuttgart, die Stuttgarter Handlungen ihre Kommissionäre in Frankfurt aufgaben, währte nurTage und Wochen; schon am 2. Februar 1840 wurde in Heidelberg das frühere Verhältnis wieder hergestellt. Zu Beginn des Jahres 1844riefen die Buchhändler beider Plätze, Stuttgarts und Frankfurts , gleich-zeitig zur Begründung eines Vereins aller süddeutschen uud schweizerischenBuchhändler auf; im Juui 1844 wurde in Stuttgart die Begründungdes geplanten Vereins mit dem Versnmmluugsort Stuttgart, in Frank-furt die Begründung desselben Vereins mit dem VersammlungsortFrankfurt beschlossen. In Heidelberg , Januar 1845, einigte man sichdahin, die jährliche Versammlung in Stuttgart und Frankfurt abwechselndabzuhalten, und am 16. Juni 1845 fand zu Stuttgart im Saaledes Bürgermuseums die erste Gcucralvcrsammlung des Süddeutschen