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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
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Koinmissionsplätze.

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In den crstcn Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts finden wir nochals den bedeutendsten der nichtleipzigcr Koinmissionsplätze die alte Bücher-meßstadt Frankfurt a. M.; daneben standen in erster Linie Nürnberg ,in zweiter Wien und Berlin, endlich Augsburg . Die ImmanuelMüllcrschen Verzeichnisse kannten als Kommissionsplatz zuerst nur Leipzig .Im Laufe der zwanziger Jahre fügten sie Berlin, Frankfurt a. M., Nürn-berg und Wien hinzu. Frankfurt wuchs in seiner Bedeutung als Kom-missionsplatz bis um die Mitte des Jahrhunderts und ebenso Nürnberg .Aber schon im Ausgang der dreißiger Jahre hatte sich dabei vor Frank-furt, also gleich hinter Leipzig, Stuttgart gestellt, das in den genanntenVerzeichnissen seit 1837 geführt wurde. Von den drei andern Kom-missionsplätzen: Wien, Berlin und Augsburg, von denen Augsburg beiImmanuel Müller 1836 auftrat, wuchs zunächst am kräftigsten Augs-burg: es stand um 1840 vor Berlin und um 1845 sogar vor Wien und Berlin . Daß in diesen Jahrzehnten alle diese sechs Nebenplätzc,einer nach dem andern offizielle Berücksichtigung in den notwendigen littc-rarischen Hilfsmitteln des Geschäftsverkehrs sich erzwingend, im bestän-digen Steigen begriffen waren, ist das Bezeichnende in der Geschichte derdeutschen .Koinmissionsplätze in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.Stuttgart, Frankfurt, Nürnberg, Wien, Augsburg, Berlin war dieReihenfolge dieser Plätze zu Ausgang der vierziger Jahre.

Kommissionsplähe und Anzahl ihrer Kommittenten (nnd Kommissionäre).

Leipzig ^ Stuttgart Frankfurt Nürnberg Wien Augsburg Berlin 182(1 4i>5(ss) !

1L30 839(49) j 252(is) 122(io) ! 77 (is) 52(is)

1840 1253(78) i 397^ 374(is) S27(in) 127(se) 122(5! 85(22)18S0 1762(82) 4«;i(is) 448(ie) 259(8) 174(28) 14«(») 120(2i)

Noch in den vierziger Jahren begann aber auch hier der Umschlag,der dann vollzogen ist etwa mit dem Ende unseres Zeitraums.

Es handelte sich vor allem um die Centralisierung des aus die vierPlätze Frankfurt, Stuttgart, Nürnberg und Augsburg verteilten süd-deutschen Kommissionswesens.

Vom Ausgang des 18. Jahrhunderts an bis zu den zwanzigerJahren des 19. Jahrhunderts war es Nürnberg , das die Stelle diesesEentralplatzcs einzunehmen gedachte.

Der Versuch der Mainzer Buchhandlungen ((^ircular vom 1. Februar1834), ihren Platz zur südwcstdcutschcn Buchhandclscentrale zu erheben,