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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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Verlagskatalog. Weihnachtskatalog. Kommissionär als Großsortimenter. ZgZ

Katalogen, die Jugend- und Volkslitteratur zusammenstellten. So er-schien z. B. 1842 bei Herold in Hamburg eineMusterung unsererdeutschen Jugend-Literatur, zugleich ein Wegweiser für Eltern in derAuswahl von passenden, zu Weihnachtsgeschenken sich eignenden Büchern"von A. Detmer; im Jahre 1847 ging von Berlin (A. Hofmann) ineiner Auflage von 60000 Exemplaren der erste illustrierte Wcihnachts-katalog aus; die Hinrichssche Buchhandlung verlegte ihren erstenWeih-nachts-Catalog. Eine Auswahl Deutscher Werke welche sich besonderszu Geschenken eignen" im Jahre 1849 und brachte ihn 1861 in siebenterAuflage. Für das Gebiet der Volkslitteratur kann auch hier an KarlPreusker erinnert werden; eine Übersicht über Werke, geeignet für eineBürgcrbibliothek und andere ähnliche teils zum Unterricht, teils zurUnterhaltung des Volkes bestimmte Anstalten fand sich in den Ver-zeichnissen der hauptsächlich von Preusker 1828 gegründeten und dannvon ihm geleitetenersten vaterländischen Bürger-Bibliothek" in Großen-hain (erste Ausgabe 1833) und dann z. B. in Preuskers 1839 beiHinrichs erschienenen SchriftÜber öffentliche, Vereins- und Privat-Bibliotheken".

Neben der Ausbildung und Vervollkommnung des Kommissions-wcsens als der reinen Vermittclung des Verkehrs zwischen Verlag undSortiment vollzog sich um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Leipzig eine Neubildung der alten Großsortimenter-Funktion des Kommissionars.

Der verlagssortimcnterische Tauschhandel war dahingeschwunden undhatte, in einem Zeitalter lebhaften Wachstums der Produktion undFirmenzahl, der Zerteilung der Erscheinungstermine und einer weit-gehenden Zerreißung der Bände in Hefte und Heftchen, Platz gemachtder zunehmenden Sondcrung in Verlag und Sortiment und einem be-sonders in Konditions- und Barbezug bestehenden ununterbrochenen Ge-schäftsverkehr zwischen beiden. Mit dem allen war die Grundlage derSortimcntslagcr sowohl des Sortimentcrs, als auch des Großsortimcntersund des Kommissionärs als Großsortimcnters zerstört.

Nun wurde aber Sortiment noch immer in ziemlich weitgehendemMaße auch vom Kommissionär verlangt, und ein eigenes kleines Lagerfür Werke jedenfalls Leipziger Verlags zu halten, die in dieser Weisestark verlangt wurden, mußte als durchaus zweckmäßig erscheinen: es