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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
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364 !>- Kapitel: Weiterentwickelunc, des Geschäftsweseus. Z31S1«67^

verringerte die Geschäfte des Einholens und die Eintragungen und brachtedas Freiexemplar ein. Es bedarf kaum der Bemerkung, daß z. B. inden dreißiger Jahren von Leipziger Kommissionären in der That so ver-fahren wurde (z. B. mit ungebundenen Wörterbüchern LeipzigerVerlags).

Angesichts der starken Vermehrung der Barpaketc sehen wir denKommissionär damaliger Zeit noch einen andern dem Großsortiment zu-treibenden Gcschäftsgebrauch üben: indem er Bestellungen der Kommit-tenten, die der Verleger diesen nicht in Rechnung ausführen wollte, fürsich selber in Rechnung bestellte und den ihm selbst berechneten Netto-preis des Verlegers den Komittenten auf dem Kassa-Konto belastete.Der Gewinn bestand im Meßagio. In gleicher Weise übernahm manübrigens auch die von den Verlegern mit dem VermerkNicht auf Liste"oderNur gegen baar" zurückkommenden Zettel. Eine Provision, wiewir wenigstens von der Firma F. Volckmar aus den 1840er Jahrenwissen, wurde auf den Nettopreis dieses Sortiments nicht geschlagen:ein Gewinn bestand nur in der Verminderung des Barpaketverkehrsuud, noch mittelbarer, dem Ruf geschäftliche» Entgegenkommens, dasman der Firma einbrachte.

Gangbare Litteratur also der Gegenstand, Partiebezug das Werk-zeug einer Thätigkcit des Kommissionärs als Großsortimentcrs. Natür-lich finden wir beides nicht nur beim Kommissionär. Buchhändler inbeliebigen Orten, z. B. um 1830 Friedr. Aug. Halm in Halberstadt oder I. A. List in Berlin , unterhielten, in gebundenen Exemplaren,Lager sämtlicher Taschenbücher und gaben sie an den Buchhandelab. Andrerseits finden wir im Jahre 1847 ein Berliner Projekt,nach dem ein Leipziger Kommissionär (T. O. Weigel) einer (von OttoIcmke in Berlin gegründeten) Vereinigung von fünfzig Sortimenternderen, von ihnen jeweils durch Umfrage festzustellenden, Bedarf in Partienbeziehen und gegen eine Provision zum Kostenpreise liefern sollte, undein ähnliches Unternehmen, das ebenfalls dem Sortimenter die Vorteilebaren Particbezugs auch bei Einzelbezug ermöglichen sollte, versuchte dasJahr darauf ebenfalls in Berlin E. H. Jonas. Der Bezug nicht nurvon Büchern überhaupt, sondern gerade von gebundenen Büchernneben den Faktoren der Gangbarkeit und des Partiebezugs der dritteder Faktoren, die sich zu dieser Neubildung zusammenfanden gewann