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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
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Landers Barsortimcnt.

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aber Bedeutung auch für die Großsortiinentcr-Funktion des Kommissionärs.Die technischen und geschäftlichen Wandlungen in der Geschichte derBuchbinderei, hier insbesondere der Leipziger, die dazu Voraussetzungwaren, vollzogen sich abermals von den vierziger Jahren an bis zum Aus-gang der sechziger Jahre. Johann Jakob Weber regte zu Beginn dervierziger Jahre Leipziger Buchbinder zur Pflege des englischen Einbands(d. h. des Kalliko-Einbands) an. Im Jahre 1845 machte ein LeipzigerKaufmann, Dietrich, den ersten Versuch, auch in der Buchbinderei den Groß-betrieb einzuführen. Er scheiterte damit am Widerstand der Buchbinder-Innung; aber schon das Jahr darauf trat Carl Heinrich Sperling in dieInnung ein, und an seinen Namen knüpft sich der Fortschritt der Leipziger Buchbinderei von der Stufe des Haudwerks zu der eines mit dem Werk-zeug der neuen Zeit: der Maschine, arbeitenden Großbetriebs, der dem Buch-handel billige, geschmackvolle und solide Einbände zu liefern unternahm.Die neu erstehende Gelegenheit wurde auch vom auswärtigen Buchhandelbenutzt; und der Kommissionär war auch hier der gewiesene Vermittler.

Im Börsenblatt vom Jahre 1848 lesen wir: es würden zwar stetsviele kleinere oder sehr entfernte Handlungen von Leipzig und in ge-ringerem oder größerem Umfangevon ihren Kommissionären fournicrt";aber es habe sich doch noch niemand darauf gelegt,ein Geschüft eigenszu diesem Zwecke einzurichten, um denselben in größerem Maßstabe undin einer dem Bedürfnisse vollkommen entsprechenden Weise zu erreichenund auszuführen. Es ist kaum zu denken, daß ein solches Geschäft,in gehöriger Weise organisiert und die nöthigen Vortheilc den Beziehernbietend nicht prosperieren sollte". Der Rückgang der Auslieferung, dieVernachlässigung der Lagcrcrgänzung nach dem Entstehen der Eisenbahnentrugen das ihre dazu bei, den Mangel der ehemaligen Leipziger Sorti-mentslagcr fühlbar zu machen. Vier Jahre darauf wurde ein Leipziger Etablissements-Eirmlnr versandt, in dem ein solches Geschäft angekündigtwurde: von Louis Zander, der sich am 1. Juli 1852 als Buchhändleretablierte. Zander kündigte an, sich dem Vertrieb einer Auswahl dergangbarsten und bewährtesten Werke aus allen Litteraturfächern widmcuund die Werke gegen Barzahlung zu Particprciscn oder mit möglichsterhöhtem Rabatt beziehen zu wollen. Er bezog die Bücher ungebunden,ließ sie einbinden uud bot die Vorräte seines gebundenen Lagers demSortimentsbuchhandel au. Die neue Form der Eentralisation des Bc-