Perioden und Übergänge. Eigenart der ersten und zweiten Periode. Z71
Diener durch offene Länder und Thorc die zunftartige Abgeschlossenheitstädtischer und landschaftlicher Gebiete.
Es trat andrerseits zweitens an Stelle der Vereinzelung desBuchhändlers die einheitliche Geschlossenheit eines Ganzen, eines Buch-handels.
In jener ersteren Hinsicht wurde auch der Buchhandel — und zwar«ls reiner Handel, nicht als Verlag — nur hineingezogen in den Geistdes Gewerbebetriebes jener Jahrhunderte überhaupt. Auch das bürger-liche Gewerbe des Buchhandels trat unter das Dach gewerblicher Privi-legierung und eines numerus clausus.
Auch in der zweiten Hinsicht folgte die EntWickelung des Buch-handels allgemeinen und natürlichen Gesetzen. Der Händler sucht all-gemein so teuer zu verkaufen wie möglich. Wie möglich: so teuer wiemöglich hinsichtlich der Käufer, so billig wie möglich hinsichtlich derHändler, und es ergibt sich daraus ein durchschnittlicher Marktpreis,durchschnittlich für den Bezirk, innerhalb dessen die leichte und allseitigeVerbindung zwischen dem beliebigen Käufer und dem beliebigen Händlereines gewissen Warengebietes möglich ist. Das Bedürfnis der Käufer-wclt eines gewissen Bezirkes erfordert allgemein auf Grund sowohl derAufrcchterhaltung der Konkurren; hinsichtlich der feilgehaltenen Warewie der Vorzüge der Nähe und des persönlichen Verkehrs eine Mehr-zahl von Händlern der gleichen Warcngattung, und diese Händler, fürdie gleiche Güte ihrer Ware vorausgesetzt werde, vermögen schließlich nurauf Grund einer durchschnittlichen Prcisgleichhcit nebeneinander zu be-stehen. Nun geht der nicht nur mögliche, sondern — weil die ihnbildenden Interessenten weit verstreut und in ihrer Zerstreuung aufzu-suchen sind — notwendige Absatzkreis eines zu Handclszwecken im Druckvervielfältigten Manuskriptes weit über den örtlichen Absatzkreis des Ver-legers als Kleinhändlers hinaus.- und in der Natur dieses Verhältnissesselbst arbeitete deshalb die wirtschaftliche Tendenz, eine Organisation zustände zu bringen, durch die die Exemplare ein und desselben Werkes zuden Bedingungen, die sich dem wirtschaftlichen Produzenten selbst ausseinen Herstellungskosten ergaben, in diesem ganzen Absatzkreise gleichzeitigdargeboten würden. Die in ihren wesentlichen Grundzügen noch hcntebestehende Organisation des deutschen Buchhandels war die Form, in derdie zweite Entwickelungspcriodc — in einem der Willkür und Klügelei
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