Kundenrab.itt. Umsatz, Unkosten, Gewinn im Sortiment.
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Bor- und Nachbildern gegenüber dem Grundsatz des festen Ladenpreisesunbeschränkte Geltung zu verschaffen.
Nun ist aus dem, was in unfern beiden vorigen Bänden überKäufer- und Kundcnrcibatt und in unserm gegenwärtigen Kapitel überdie Grundlagen und Triebkräfte der Reformbewcgung enthalten ist,deutlich, daß es sich bei den Erscheinungen des Konsumcntenrabatts undder Schleuderet um Erscheinungen handelte, die unmittelbar in mannig-faltigen bcsondcrn und mittelbar in sehr allgemeinen Gründen wurzelten.So athmeten die Grundsätze, wie wir sie im modernen Antiquariat kennengelernt haben, und die Folgen der erleichterten Niederlassung mit denVerlegern über Leipzig selbständig in unmittelbarer Verbindung stehenderSortimcntsgeschäftc offenbar eine allgemein veränderte Luft seelischer undwirtschaftlicher Haltung auch des Buchhändlers, hier insonderheit desmittleren und kleineren Sortimcnters damaliger Zeit, uud man hat diesschon damals auch im Buchhandel selbst sehr Wohl empfunden und deut-lich ausgesprochen. Was bedeutet denn das eigentlich, fragte zu Beginnder vierziger Jahre ein Buchhändler, daß der Sortimcnter selbst seinenGewinn vermindert ? Und er gab zur Autwort, daß die unveränderteFortdauer des alten soliden und gleichsam phlegmatischen Gewinns von33^/z Prozent bei dem veränderten Zuge der Zeit eigentlich gar nicht mehrrecht möglich sei. Die Produktion hatte ihren Charakter verändert, der Kon-sum begann sich anders als vordem ins eigentliche Volk zu erstrecken, dieKommunikation wurde leichter, billiger, beschleunigter, die Konkurren;wurde lebhafter, die gesamte Haltung unruhiger, schwieriger, gedrängter unddrängender, und so drang der Grundsatz, der nun ganz anders als einstdurch jeden Handel ging.- „Kleiner Nutzen, großer Umsatz", auch in denSortimentsbuchhandel. Bon allgemeinsten Zciterschcinungen her bis zubesondersten, spezifisch buchhändlcrischen Erschcinnngcu wirkten so eine ganzeAnzahl von Ursachen und Bedingungen, um den Kundenrabatt zu eineraußerordentlich verbreiteten Erscheinung zu macheu.
Wir haben früher Aufstellungen über Umsatz, Unkosten und Gewinn imSortimentsbuchhandel aus der unruhigen Zeit des Übergangs vom Tausch-handel zum KonditionSsystcm angeführt. Führen wir hier solche Beispielezunächst aus den 1839er Jahren an. Es ist eine fingierte Aufstellung und einwirklicher Jahresabschluß (vom 29. Juli 1839), die beide im Burchhnrdtscheu„Organ des Deutschen Buchhandels" vom Jahre 1839 enthalten sind.