Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
Entstehung
Seite
390
Einzelbild herunterladen
 

390 10. Kapitel: Die Reformbewegnng bis zum Ausgang der sechziger Jahre.

E. S. Mittler, Julius Springer, die Dieterichsche Buchhandlung in Göt-tingen, Heroldsche in Hamburg , die Breslauer Ferd. Hirt und Ed.Trewendt), der dem Handel derBücherhändlcr" mit neuen Büchernzu sehr billigen Preisen dadurch entgegenwirken wollte, daß er ihn mitseinen eigenen Waffen bekämpfte, seinekaufmännischen" Geschäfts-grundsätze zu seinen eigenen machte; er bezeichnete als den Zweck seinerGründung:einerseits von den Verlegern billigere Abnahmsbcdingungeuzu erzielen, respcctive die bestehenden zu erhalten, andererseits gegensolche Sortiments- und Antiquarbuchhändler einzuschreiten, welche neueBücher unter den Landenpreisen anbieten und verkaufen". Überzeugt, daßder alte Gebrauch, den Verlegerpreis auch bei billigerm Einkaufe einzu-halten, unzeitgemäß geworden sei und der Sortimentsbuchhandel an-gesichts des modernen Antiquariats bei der bequemen Vorliebe für einhergebrachtes Geschäftsverfahren seinem Nuin entgegengehe, wollte er denim großen Publikumnoch cursircnden älteren deutschen Verlag" ingroßen Partien billig gegen bar einkaufen, und die Mitglieder sollten siemit beliebigem Aufschlag wieder verkaufen können. SeinStatut einesSortimentshändler-Vereins zur gemeinschaftlichen Beziehung von Büchernin Parthieen" (Potsdam und Leipzig , am 24. November 1847. Hor-vat'sche Buchhandlung fOtto Janke^. T. O. Wcigel), ließ nur Sorti-mentshändler und zwar bis zur Zahl von 50 Mitgliedern zu, von denensich jeder zur Abnahme von Büchern für mindestens 200 Thlr. nettoim Jahre verpflichtete; die Geschäftsführung besorgte T. Weigel inLeipzig , der von den durch ihn und zwar bar zu beziehenden Büchern6 "/<, Provision erhielt. Die Vcreinsmitglieder machen Vorschläge zuPartiekäufen, T. O. Weigel setzt sich darüber mit den Verlegern inVerbindung, am ersten jedes Monats erscheinen diesbezügliche Listen (dienatürlich auch vom Verlage selbst zu billigen Partiepreisen angeboteneBücher verzeichnen). Betreffs der Wiederverkaufs sind natürlich keineVorschriften gegeben:Doch betrachtet man es dem Zwecke des Ganzenangemessen, wenn jedes Mitglied mindestens mit einem Nctto-Aufschlagcvon 25 pro Lent verlauft".

Der wirklichewirkliche Buchhandel" freilich betrachtete auch diesesUnternehmen das nicht in Gang gebracht werden konnte mitUnwillen. Sein ganzes Streben ging vielmehr dahin, allen neuen