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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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KonzessionsslMm, Gcwerbcfreiheit. Fester Ladenpreis.

18!)7 ^, sondern sogar Rückschritte, indem Hannover, Kurhessen ,Oldenburg, Bremen die Zunftvcrfassung, wenn auch mit einzelnen libe-ralen Modifikationen, wiederherstellten und sogar Preußen , der Staatder Stein-Hardenbcrgschen Reformen, auch auf diesem Gebiete den Geistder allgemeinen Reaktion bewies.

Der Gegensatz zwischen einem alten und neuen Buchhandel ent-wickelte sich zum ersten mal zu Ausgang des 18. Jahrhunderts. Wirsahen vorhin die in dem Wesen des modernen Antiquariats liegendenTriebkräfte sich bis zu einem neuen Gegensätze derselben Art erweitern,und es war hier zum zweiten male, daß sich die Grundsätze eines altenund eines neuen Buchhandels gegenübertraten. Es war zuletzt dasselbeProblem, das beidemal die Geschichte der Organisation beschäftigte: derWiderstreit zwischen allgemeinen kaufmännischen und besonderen buchhänd-lcrischcn Handelsgrundsätzen. Führt man aber nun die so von unsunterschiedenen drei Gruppen auflosender .Kräfte: die Konkurrenz der>>entralplätze, das Aufstreben kaufmännischer Grundsätze und das sichankündigende Eindringen zu zahlreicher und nicht im alten Sinne fach-männisch herangebildeter Elemente auf einen gemeinsamen Haupt- undAngriffspunkt der Reformbewegung zurück, so ist dies der Grundsatzdes festen Ladenpreises.

Angenommen, das Buch als Ware bekam nach der Methode desenglischen seeonä-lmnck-Systcms einen unbestimmten, vom Einkaufs-preise abhängigen Verkaufspreis: so war damit der Bestand des Buch-händlers in Frage gestellt, wie Deutschland ihn verstand: des Buch-händlers, der als eine Art Künstler, Schöpfer, Bildner, als Persönlichkeitin persönlicher Kleinarbeit dem Handwerker, Abschöpfcr, Kaufmann,der unpersönlichen Spekulation gegenüberstand. Ist dieser Gegensatz zustraff gespannt und genügten so viele Buchhändler diesen Aufgaben ihresBerufes nicht: objektiv war er es dennoch, um den es sich handelte.

Man machte vereinzelte Versuche, die neuen Grundsätze dort,wo sie in ihm am ersten anwendbar erschienen, auch imwirklichenBuchhandel" in Anwendung zu bringen. Ende 1847 gründeten O. Jankc(Horvathsche Buchhandlung) in Potsdam und T. O. Weigel in Leipzig einen Sortimenterverein, der Anfang des folgenden Jahres aus 50 Mit-gliedern bestand (darunter z. B. die Berliner Handlungen Enslin,