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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
Entstehung
Seite
396
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10- Kapitel: Die Reformbeweguug bis zum Ausgang der sechziger Jahre.

einen Umsatz von 20000 fl. orä. an und rechnet die Hälfte des Um-satzes auf Viertel-, die Hälfte auf Ordinärartikel, sodaß der Bruttoertragdienicht zu verachtende" Summe von 5833 sl. 20 kr. ergibt. Die

Spesen betragen:

An Handlungsmicte............. s>. 250

Abgaben.................. 50

An Beleuchtung, Heizung ?c........... IVO

Salair eines Commis............. 400

Kost nnd Wohnung für zwei Lehrlinge...... 400

Salair des Knechts (Markthclfcrs) .......200

Kommissionsgebühr in Leipzig ......... 80

Fracht von Leipzig (circa 3 fl. p. Ctr.)..... 240

Fracht nnd Emb. für 30 Ctr. Remitteuden, , , , 100

Weihnachtsgeschenke für das Personal...... 50

Porti, Meßbesorgung n. s. w........... ,, 50

Insgemein (Bindfaden, Makulatur zc.)...... W

Zinsen des arbeitenden Kapitals........ 500

Geschäftsverluste 1 "/.............200

Summa der Handluugsspesen fl. 2710Den Kundcnrabatt nimmt die Aufstellung zu durchschnittlich 7^ "/gan, sodaß also zu den Spesen noch 1500 fl. hinzukommen und ihreSumme 4350 fl., der Reinertrag 1483 fl. 20 kr. beträgt, von demder Inhaberimmer nur einfach bürgerlich mit seiner Familie existireukann". Der Verein der Augsburger Buchhändler und Buchdrucker gabim Jahre 1848 an, daß viele Sortimenter einen Umsatz nur von

5 6000 fl. hätten und zu einem solchen von 10000 sl. schon eingroßes und ergiebiges Feld gehöre. Ernst Seemann in Leipzig nahm ineinem gründlichen nnd eingehenden Schriftchen vom Jahre 1863:Finger-zeige zur Abschätzung von Sortiments- (Antiquariats-) und Verlags-gcschäften", für ein mittleres Sortimentsgeschäft einen jährlichen Brutto-umsatz von 78000 Thlr. an. Die untere Grenze, unter der imSortimentsbuchhandel die Begründung einer standesgemäßen Existenzunmöglich sei, war ihm die von 4000 Thlr. Jahresumsatz. Das Ver-hältnis des Bruttogewinns zum Bruttoumsatz ist nach Seemann er-fahrungsgemäß ein ziemlich stabiles, nämlich, indem von Kunden- undWiederverkäuferrabatt abgesehen war, bei dem ungefähren Umfange von

6 8000 Thlr. Jahreseinnahmc (und wenn alle Barvorteile und dieFreiexemplare in Rechnung gezogen werden) nicht höher als 3033^/,Vom Verhältnis des Reingewinns zum Bruttoumsatz glaubte Seemann,