Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
Entstehung
Seite
397
Einzelbild herunterladen
 

Kimdenrabcitt, Drittel- und Vicrtelrabatt.

397

daß es auch in günstigen Verhältnissen und bei der größten Anstrengungnicht wesentlich höher als 14 "/ steigen könne.

Unser Wunsch", heißt es in einem von einem Verleger stammen-den Aussatze im ersten Jahrgänge des Börsenblattes für den deutschenBuchhandel,ist, das Rabattgebcu vom Ladenpreise abgestellt zu sehen,und jeder Buchhändler muß nns beistimmen, daß dies nur sein eigenerBorteil wäre. Und wird denn wohl durch diesen Rabatt auch nur eineinziges Buch mehr gekauft? Gewiß nicht; der Käufer wird nur voneinem Buchhändler zum andern gezogen. Dieses Anziehen derKunden sollte aber durch Fleiß und Pünktlichkeit, nicht durch ein un-rechtmäßiges Verfahren bewirkt werden. Hielte ein jeder Buchhändlerstrenge auf diese Regel, so würde ein Erzcugniß des Buchhandels baldin ganz Deutschland nur zu einem und demselben Preise zu haben sehn,und der Käufer würde dann dem Buchhändler treu bleiben, der ihn amschnellsten bedient. Dann würden die verschleuderten Procente denWohlstand der Hundertc von Buchhändlern vermehren, welche Proccntcjetzt spurlos unter Millionen von Käufern verschwinden."

Man konnte einen Gcschäftsgebrauch, der nicht in der Gewähr vonAbzügen bei größerer und regelmäßiger Entnahme, sondern im billigernVerkaufe jedes einzelnen Stückes an jeden beliebigen Käufer bestand,Kundcnrabatt überhaupt nicht nennen; es war eine grundsätzliche Ver-billigung der Verlegerprcise. Wurde nnn diese einmal Sitte gewordeneNichteinhaltung des Vcrlagsprcises von Sortiment und Verlag gleich-mäßig verurteilt: was lag auch jetzt näher als die schon von einzelnenReformgutachten des Jahres 1802 vorgeschlagene Verkürzung des buch-hündlcrischen Drittclrabatts auf Viertelrabatt? Wurde ein solcher Aus-weg auch jetzt wieder in erster Linie von Verlegern zur Sprache ge-bracht, uud wurde dagegen von Sortimentern vorgehalten: wer, wem?nicht der Börscnvcrcin Garantien übernehme, denn dafür bürge, daßdann auch die Leipziger und Berliner Konkurrenz aufhöre so wnrdcer doch jetzt auch von Sortimcnterscite uicht nur grundsätzlich gutgeheißen,sondern selbst vorgeschlagen. Freilich wenn damit Ernst gemachtwurde? Das thatcn jetzt Ende der dreißiger Jahre einzelne Ver-leger wirklich. Rächgewöhnlicher Regel" kostete damals, wie Veit KEomp. in Berlin angaben, ein Bogen ordinär zwei Groschen, bekamder Sortimcntcr 33^"/,, und gab der Sortimenter davon 16^"/,,