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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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398 1^>. Kapitel: Tic Rcformbcwcgung bis zuni Ausgang der sechziger Jahre.

Kundcnrabatt. Veit gab nun bei wissenschaftlicher Litteratur, wieSavignyö System den Bogen um ^ billiger und gewährte denSortimenten! 25" ,,, sodaß, wenn der Sortimenter keinen Kundenrabattgab wozu er dadurch gedrängt werden sollte, der Sortimentcrgenau denselben Bruttogewinn wie früher hatte und das Publikum dasBuch dennoch zu einem um ^/z billiger» Vcrlegcrpreisc kaufte. DieGewohnheit dcö Kuudcurabatts aber war so fest gewurzelt, daß eingellender Wutschrei des Sortiments die Antwort war.

Etwa gegen Mitte des Jahrhunderts erlitt aber der alte Drittel-rnbatt in der That merkbaren Rückgang. Damit, daß man im Jahre1848 für nötig fand, eine Zusammenstellung zu veröffentlichen, in der95 Verleger als solche aufgeführt wurden, die ihren Verlag fast ohneAusnahme zu 33^/g 152 Vcrlagshcmdlungen als solche, die teilsDrittel-, teils Vicrtclrabatt, und 22, die fast nur Biertelrabatt ge-währten, und der Schluß gezogen wurde, dasGros der chrenwerthenVerleger" gebe alle seine Artikel zu 33>/z °/g und der Vicrtclrabatt seieine ungehörige Ausnahme, von der man, nötigenfalls unter Erhöhungder Ladenpreise, Abstellung erwarte: wurde jenes Jahr auch in dieserBeziehung zu einem Mcrkjahre.

Die Punkte, die hier für das Verständnis der mannigfach zusammen-gesetzten Rcformbeweguug vorangestellt wurden, traten in der geschicht-lichen Wirklichkeit nicht so abgesondert für sich zu Tage, sondern wareneingesprengt in eine viel größere Zahl der Beschwerden und Wünsche.Wollte man sie alle zusammenzustellen versuchen, wie sie in den dreißigerJahren überhaupt zur Sprache kamen, so würde sich im wesentlichenetwa folgendes ergeben. Man klagte über Überproduktion die Forde-rung eines Gesetzes tauchte dabei auf (wir wissen, daß auch sie nichtsneues unter der Sonne des Buchhandels war), nach dem keine Ver-lagshandluug jährlich mehr als eine gewisse Anzahl, etwa höchstensfünfundzwanzig, Publikationcu herausbringen dürfe, und man klagteüber Überfüllung. In der Klage gegen die Überproduktion war der fürdie Zeit bezeichnende Gedankengang: das Sortiment hat die Novitätenzu vertreiben; um das zu leisten, dazu ist die Produktion zu groß; darausentsteht die Konkurrenz durch den Verleger, Antiquar, Nichtbuch-hündler u. s. w.; folglich ist die Produktion auf eine früheren Zeiten