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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
Entstehung
Seite
399
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Reformwünsche,

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entsprechende Höhe zurückzuschrauben, damit ihre Höhe dein Sortimententsprechend sei. Ihre Höhe und ihre Natur. Das letztere zeigte sichin der so oft auftretenden Feindschaft gegen die Licfcrungshefte - früherhabe man mit derselben Arbeit einen viel größern Prozentsatz volumi-nöser Bücher verkaufen und so viel mehr verdienen können, wozu nochkam, daß die Verleger meist besondere Nechnnng und Vorausbezahlungverlangten. Gegen die Überfüllung und Konkurrenz verlangte man Ein-dämmung der Zunahme der Sortimentshandlungen durch Beschränkungder Lehrlingszahl, Nachweis ordnungsmäßiger Lehrzeit, guter Gehilfcn-zcugnissc und genügender Geldmittel, Normierung der Zahl der Sorti-mentshandlungen nach der Zahl der Einwohner, Verpflichtung der Kom-missionäre, vonUngelernten" keine Kommissionen zu übernehmen; keinUngelernter sollte in den Börsenvcrcin aufgenommen werden, der buch-händlcrische Vertrieb sollte sich keines Nichtbuchhäudlers bedienen, wasbesonders bei der Heranziehung von Buchbindern und Schullehrern zumVertrieb gangbarer Schulbücher verwerflich sei. Auch gegen den Selbst-verlag war eine gewisse Strömung vorhanden; man verlangte, daß er vomStaate verboten werde, und wenn der Staat dazu nicht zu haben sei,sollte der Börscnverein den Sortimcntcr, der einem Autor Selbstverlagabkaufe, ausstoßen. Dabei traten in den vierziger Jahren die Beschwerdengegen dieschädigenden Bilduugsvcrcine" auf. Der Verein der Leipziger Buchhändler beschwerte sich zu Beginn der vierziger Jahre bei dersächsischen Regierung über die Zwickaucr Kreisdircktion, weil sie denVertrieb der von einem christlichen Verein herausgegebenen Unterrichts-büchcr unterstütze, eine Beschwerde, die mit der Begründung: es liegedarum eine Beeinträchtigung des buchhändlcrischen Gewerbes nicht vor,abgewiesen wurde; im Jahre 1844 wurde, der Gegenstand bittererKlagen, der Borromäusvcrein gegründet. Man wünschte mit einemWorte Ausschluß der Buchdrucker, Lcihbibliothckarc, Sclbstvcrlegcr,Antiquare, Buchbinder, Kotportcure vom Genuß buchhändlcrischer Vor-teile und ein dementsprechendpurifiziertcs" Buchhündlerverzcichnis, ausdem zugleich die unsoliden Handlungen (die in Remission und Saldicrungzu wünschen übrig ließen) ausgemerzt werden sollten; man verlangte,daß demNabattnnfug" gesteuert werde. Den Geschäftsgang selbst be-treffend forderte man Einschränkung der Nooascndnngcn und allgemeineBenutzung des Wahlzettels; man wünschte eine gemeinsame Rechnungs-