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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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432 Kapitel: Tie Refvrinbewegung bis zum Ausgang der sechziger Jahre.

aufReorganisation des Börscnvcreins und Annahme neuer Statuten,um durch den Börsenvercin die Selbstcrhaltung und Solidität des deut-schen Buchhandels zu wahren".

Der Antrag ging aus von M. Simion in Berlin , der seine Grund-gedanken zuerst am ü. März 1849 der Berliner Korporation vorlegte.Er verlangte als Fassung des Vereinszweckes für das neue Statut diesoeben angegebene. Ihm entsprechend und indem Simion damit zugleichin bestimmtester Ausbildung den Frommannschen Kreisvcreinsgcdantcnverband, sollte sich das Statut vor allem so gestalten, daß am Börscn-verein nur diejenigen teilnehmen dürften, welche sich seinen Gesetzenunterwerfen wollten, und daß er sich durch Einteilung in Krcisvereincorganisiere, die mit dem Börsenvercin in organischer Verbindung ständen.Neben dem Vorstand sollte der Verein ein Buchhandclsgericht wählen,das über gewerbliche Streitigkeiten endgültig zu entscheiden hätte. SimionsAntrag lautete:Der Börsenvercin wolle einen außerordentlichen Aus-schuß zur Revision der Statuten erwählen, um nicht nur ganz veralteteBestimmungen auszuscheiden, sondern auch durch die Wirksamkeit desVereins dem Verfall des Buchhandels entgegen zu treten und der Soliditätdes Geschäftsverkehrs eine kräftige Stütze zu geben", und wurde vou ihmeingereicht im Namen der Korporation der Berliner Buchhändler >6. Mai1849). Er wurde in seiner allgemeinen Fassung angenommen und dieAusarbeitung eines neuen Statutcuentwurfs einem elfgliedrigen Rcvisions-ausschussc überwiesen, dein neben Simion als Vorsitzendem drei ehe-malige Börsenvcrcinsvorsteher angehorten: F. I. Frommann, sein Bor-gänger H. ErHardt und der Vorsteher des BorscncinweihungsjahrcsTh. EnSliu, ferner Fr. Fleischer und S. Hirzel, F. Gerold, F. Hirtund Oldcnbourg, Karl Bädcker und W. Dietze. Der Ausschuß tagteim September 1849 in Dresden , und die Simiouschc Richtung brachtehier einen Statuteucntwnrf zu Stande, der, angenommen und bestätigt,den Börsenvercin mit einem Schlage in die Position gebracht hätte, inder wcite buchhündlerische Kreise ihn zn sehen schon seit langem dringendbegehrten. Die ersten Satzungen des Börsenvereins, vom Jahre 1825,nannten sich bescheiden und bezeichnend eineBörsenordnung". Er-leichterung und Ordnung der Leipziger Abrechnung und nichts andereswar ihr oberster Zweck: Beschaffung und Unterhaltung einer ent-sprechendenEinrichtung eines Börscnlokals", FcrnhaltungUngeeigneter"