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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
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11. Kapitel: Vom alten Bund ins ncnc Reich.

lange Rcihc von Heften; mchr als früher war in cinzclncn großenFirmen eine Mannigfaltigkeit und Stärke der Produktion zusammen-gedrängt, die sich sonst aus eine große Zahl von Firmen verteilte; ge-wisse einzelne Bücher wurden durch direkten Vertrieb, durch Rciscbuch-hcmdcl und modernes Antiquariat eindringlicher vertrieben und einemerhöhten Verbrauche zugeführt; Herstellung und Verbrauch dcr ZcitungS-und Journallittcratur nahm vergrößerte Formen an. Mit dieser Er-gänzung zusammen aber geben jene Ziffern dann ein nicht unzutreffendesBild von der Stellung jenes Zeitraums in der buchhändlcrischcn Ge-samtcntwickelung des 19. Jahrhunderts. Denken wir an die Geschichteunserer nationalen Einheitsbewegung; wie in ihr, so war, großenteils,wie wir wissen, mit ihr zusammengehend und in und von ihr getragen,die Errichtung des Einheitsstaates wenn wir auch für die buch-handclsgeschichtlichc Bewegung kurz so sagen wollen mit dem Beginnder fünfziger Jahre auch auf unscrm Gebiete gescheitert. Die dreißigerJahre hatten geweckt, die vierziger geschaffen; dann trat eine Erschlaffungein auf dem Gebiete der großen und allgemeinen Rcformvcrsuchc undzurück blieb, wie auf politischem Gebiete der Streit der Staaten, sohier der Streit der Geschäftszweige. Unter solcher Decke aber, welchewachsenden Kräfte auch in der Welt des Buchhandels! Der Grundsatzder Gewerbefrciheit gewann fortdauernd an Boden in Anschauung undWirklichkeit; die bevorstehende Beseitigung der letzten Neste des ewigenVerlagsrechts war festgelegt; das Verkehrswesen gestaltete sich neu mitEisenbahn und Telegraph; die tcchnischcu Erfindungen und Verbesserungennäherten sich dem Stadium ihrer vollen Ausbreitung und Entfaltung;ncnc Bildungöschichtcn schickten sich an emporzusteigen. Friedrich Königserste Schncllprcsscntonstruktiou hatte den Drnck genau wie die alte Gutcn-bergpresse durch den Druck einer ebenen Fläche auf eine andere ebeneFläche bewirkt. Dann hatte der große Erfindcr an die Stelle der beweg-lichen Fläche dcn übcr dcr Forin sich abrollenden Zylinder gesetzt. Könighatte im Geiste auch die nächste, dritte Stufe crsticgcu: er hielt, nach dcrAnsprache dcr Firma König Baucr vom 2. Januar 1832,nochandere scltsamcrc Kombinationcn mit endlosem Papier nicht nurfür möglich, sondern auch für leicht ausführbar", d. h. also die Er-setzung auch - des Fundamentes durch dcn Zylinder. Man würdedamit ein ungeheueres Resultat erhalten". Nur, nach König, cin