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11. Kapitel: Vom alten Bund ins neue Reich.
lichm Fortschritte gewesen, die die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts inder Technik der Buchbinderei vollzogen hatte. In den vierziger Jahrentauchten die ersten Maschinen- und Werkzeugfabrikcmtcn auf; in den fünf-ziger Jahren leitete Karl Krause in Leipzig , der Begründer des späterenWclthauscs, das bevorstehende Zeitalter der Maschine und des Groß-betriebs auch in der Buchbinderei ein: mit der Konstruktion der ver-besserten Kniehcbclvrcssc zum Vergolden und Blindprägcn im Jahre 1857,womit die volle Ausnutzung der englischen Leinwand und die Technik derDeckclvcrzicrung auf fabrikmäßiger Grundlage möglich wurde, der ver-besserten Papierschneidemaschine, der Pappschcre. Rasch folgten jetzt auchvon anderer Seite weitere Hilfsmaschincn; die Wege waren gebahnt fürdie Großbuchbinderci; im Jahre 1866 — nach dem bescheidenen Voran-gang der Berliner Buchbinderei Probst 1856 — errichtete die FirmaC. H. Sperling in Leipzig den ersten fabrikmäßigen Dampfbetrieb.
Wie auf dem Gebiete der periodischen Presse, wo nun seit 1848die neuen großen Zeitungen aufzukommen begannen, so waren es auchz. B. auf dem Gebiete der Lohnbewegung die hier in Rede stehendenJahre, nicht erst die Zeit des neuen Reiches, in denen auffallende Ver-änderungen ihren Anfang nahmen. Der Sctzerlohn für 1000 n betrugin Halle nach StrnSburgcrs „Statistischem Beitrag zur Lehre vomArbeitslohn" (Jena 1872) in preußischen Pfennigen:
Jahr
Pfennige
Die Erlcichtcrungliiii.iliiici'cckml't
1782—1802
11V--13'/,
1803
14-/2
1804—1847
15'/2-13
1848—1358
21
1859-1864
24
1865—1868
27
31
1869—1870
30
34'/°
1871 bis Nov. 1871
33
38
seit Nov. 1871
36
41-/2
Strasbnrgcr stellt der Lohnskala die GctrcidcprciSskala für den näm-lichen Zeitraum gegenüber und reduziert den Sctzerlohn auf Getreide:dabei ergibt sich, daß der Lohn von 1717 bis 1848 fast gar keine Ver-änderung erlitt, während er im Juli 1848 von 23,,v>—27,^ auf 32,i->Scheffel Roggen stieg und von da ab in stetem, zuletzt außerordentlichbeschleunigtem Steigen blieb.